Der kommende „Doom Loop“
Angesichts der hohen und anhaltenden Inflation, der Rezessionsrisiken und der drohenden Insolvenzkrise im Finanzsektor stehen Zentralbanken wie die US-Notenbank vor einem Trilemma. Da sie nicht in der Lage sind, gleichzeitig die Inflation zu bekämpfen und die Liquidität zu stützen, ist die einzige Lösung eine schwere Rezession – und damit eine breitere Schuldenkrise.
Grain by Grain
Animierter Kurzfilm von DAWN
Mit den Augen von Mabinty erleben wir die intimen Momente der Reise eines Bauern und werden Zeugen der langsamen Erosion der Lebensweise einer Gemeinschaft. Mabinty ist die Mutter von Kandeh, die täglich eine Handvoll Reis erhält, um sie zu guten schulischen Leistungen zu ermutigen. Doch während Kandehs Vorrat an Reis wächst, wird ihr bewusst, dass die Dinge nicht mehr so sind wie früher.
Grain by Grain ist eine stille, aber eindringliche Erinnerung an die versteckten Kosten öffentlich-privater Partnerschaften und die falschen Versprechungen von Projekten für eine „saubere Landwirtschaft“. Diese Geschichte basiert auf einem realen Fall einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) in Sierra Leone. PPP werden von Regierungen und Geldgebern als die neue Wunderwaffe für öffentliche Dienstleistungen und Infrastrukturprojekte dargestellt. DAWN schließt sich einer wachsenden Kritik an PPP an, die argumentiert, dass sie die Vereinnahmung des Staates durch Unternehmen verstärken und ihre angebliche Effektivität und Transparenz in Frage stellen. Wir finden es problematisch, dass öffentliche Dienstleistungen Gefahr laufen, von Gier und einer Mentalität aus der Kolonialzeit vereinnahmt zu werden.
Neue Wege in der Geldpolitik?
Schwerpunkt in Finance and Development
Die Märzausgabe von F&D Finance and Development, der Zeitschrift des Internationalen Währungsfonds hat sich im Schwerpunkt die Geldpolitik vorgenommen. In Zeiten steigender Preise und Zinsen sind Währungshüter:innen gefordert, schnell und angemessen auf Veränderungen zu reagieren. Was das bedeutet, dem gehen eine Reihe von Expertinn:en nach.
Was läuft falsch bei WTO und IWF?
Laut Iwan J. Azis, einem indonesischen Wirtschaftswissenschaftler, siecht die WTO langsam dahin, und der IWF agiert dogmatischer, als seine Rhetorik nahe legt. Der Professor von der amerikanischen Cornell University erläutert seine Sicht im E+Z/D+C-Interview.
Schuldenerlass für einen grünen und inklusiven Aufschwung
Im globalen Süden zeichnet sich eine Schuldenkrise ab, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem umfangreiche Investitionen erforderlich sind, um die gemeinsamen Klima- und Entwicklungsziele zu erreichen. Dennoch war der sog. Common Framework der G20 nicht in der Lage, alle Gläubigerklassen einzubinden oder den Schuldenerlass mit Klima und Entwicklung zu verknüpfen.
WeiterlesenSchuldenreport 2023
Trotz einer leichten weltwirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 bleibt die Verschuldungssituation im Großteil der Länder des Globalen Südens weiter angespannt. Zwar gibt es politische Willensbekundungen, Entschuldungsverfahren zu verbessern, gleichzeitig blockieren jedoch die Interessen unterschiedlicher Gläubigergruppen rasche Fortschritte. 136 von 152 untersuchten Staaten im Globalen Süden sind kritisch verschuldet, davon 40 Länder sehr kritisch. Prognosen zeigen, dass sich die Situation durch den Krieg in der Ukraine und die globale Zinswende weiter verschlechtern wird.
WeiterlesenReality of Aid Network zum OECD Development Cooperation Report 2023
Die Veröffentlichung des OECD Development Cooperation Report 2023 (DCR 2023) des Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit (DAC) hat wichtige Debatten ausgelöst, die für Fortschritte bei der Verbesserung der derzeitigen Entwicklungsarchitektur von Bedeutung sind. Die in dem Bericht geführten Debatten sowie diejenigen, die noch hätten aufgenommen werden können, müssen in die Agenda des DAC einfließen. Dialoge sind zwar wichtig, aber sie dürfen nicht nur auf dem Tisch liegen, sondern müssen in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um die lähmenden globalen Herausforderungen anzugehen.
Experten mahnen Ausbau sozialer Sicherungssysteme an
Der Ausbau sozialer Sicherungssysteme in den Ländern des Globalen Südens kann Sachverständigen zufolge Armut, Hunger und soziale Ungleichheiten effektiv reduzieren und sei daher eine lohnende Investition auch für Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Die Finanzierungslücken vor allem in Niedrigeinkommensländern seien jedoch erheblich, betonten sie am 29. März 2023 in einer öffentlichen Anhörung des Entwicklungsausschusses. Die Abgeordneten wollten in der Sitzung vor allem klären, wie verbreitet soziale Sicherungssysteme in den betreffenden Ländern sind, welche Auswirkungen sie haben, wie sie auf- und ausgebaut werden können und welche Rolle dabei der deutsche Entwicklungszusammenarbeit sowie globalen Finanzierungsmechanismen zukommt.
10 Dinge, die man über Klimafinanzierung wissen sollte
Globale Bestandsaufnahme 2023
Diese Sammlung von Infografiken schlüsselt die 10 wichtigsten Dinge auf, die Sie über die Klimafinanzierung im Jahr 2023 wissen müssen – von den bewilligten Beträgen bis hin zu Lücken und sektorspezifischen Maßnahmen. Sie stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2022, die aus der Überwachung der wichtigsten multilateralen Klimafonds auf Climate Funds Update stammen.
Die Finanzialisierung der Mikrokredite
Von einer guten Idee zum internationalen Finanzprodukt?
Mikrokredite sollten Menschen finanzielle Mittel für den Weg aus der Armut zur Verfügung stellen. Inzwischen haben kommerzielle Interessen den Mikrokreditsektor erreicht. Am rasant wachsenden Markt lässt sich ein zunehmendes Eindringen der Finanzmarktlogik beobachten. Während die Rendite der Anleger:innen immer mehr in den Fokus rückt, führt die massive Verbreitung profitorientierter Mikrokredite immer wieder zu einer Überschuldung der Kreditnehmenden.