Internationale Zusammenarbeit
Auch zur Stärkung der öffentlichen Finanzen der Länder des Globalen Südens gibt es einen Vielzahl von Institutionen der internationalen Zusammenarbeit. Es gibt die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit, internationale und globale Fonds für Gesundheitsmaßnahmen, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, es gibt internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und sogenannten Multistakeholder-Partnerschaften, in denen öffentliche und private Akteure zusammenarbeiten.
Alle diese Kooperationsformen funktionieren mal besser, mal schlechter. Diskussionen um ihre Stärkung werden geführt unter den Schlagworten 0,7%-Ziel, dem Anteil der Mittel der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA), der an die ärmsten Ländern (LDCs) geht, um Abkürzungen wie TOSSD, um Süd-Süd-Kooperation, humanitäre Hilfe, Entwicklungsbanken, die Rolle der Mitteleinkommensländer uvam.
Ein Leitfaden zur Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse in der Entwicklungszusammenarbeit
Dieses Toolkit hilft zivilgesellschaftlichen Organisationen, sich in den Institutionen zurechtzufinden, die die Politik der globalen Entwicklungszusammenarbeit gestalten und überwachen. Dazu gehören der Entwicklungshilfeausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD-DAC), die Vereinten Nationen und ihr Forum für Entwicklungszusammenarbeit sowie die Globale Partnerschaft für wirksame Entwicklungszusammenarbeit. Es verdeutlicht, wie diese Institutionen funktionieren, wo Entscheidungen getroffen werden und wie die Zivilgesellschaft Einfluss darauf nehmen kann – und stärkt so die Fähigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen, Entscheidungsträger:innen zu hinterfragen und sich wirksam in politische Prozesse einzubringen.
Den Pazifikstaaten entstehen durch den Klimawandel Kosten in Höhe von mehr als 6 Mrd. US-Dollar pro Jahr
Aufgrund neuer Forschungsergebnisse, die zeigen, dass die tatsächlichen Kosten für die Anpassung an den Klimawandel weitaus höher sind als bisher angenommen, droht den Pazifikstaaten ein jährliches Finanzierungsdefizit von bis zu 6,3 Mrd. US-Dollar. Die Ergebnisse wecken die Sorge, dass die ohnehin hoch verschuldeten Regierungen der Pazifikstaaten gezwungen sein könnten, noch mehr Kredite aufzunehmen, um ihre Bevölkerung vor einer Krise zu schützen, an deren Entstehung sie kaum beteiligt waren.
Wie Afrika die Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China nutzen kann
Während die Kreditkosten in US-Dollar in die Höhe schnellen, nähern sich die chinesischen Zinssätze Rekordtiefständen. In Verbindung mit der Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China bietet diese Divergenz afrikanischen Regierungen eine Chance: Sie können mit den USA im Bereich Erdgas und mit China im Bereich Solarenergie und Speichertechnologie zusammenarbeiten und die kostengünstigeren asiatischen Kapitalmärkte zur Finanzierung von Investitionen in beiden Bereichen nutzen.
Kursänderung schwächt Armutsbekämpfung
Der Bundesrat will die internationale Zusammenarbeit der Schweiz ab 2029 neu ausrichten und bereits ab 2027 umfassende Anpassungen einleiten. Und das alles an Parlament und Expert:innen vorbei. Eine kritische Einordnung von Laura Ebneter und Kristina Lanz von Alliance Sud.
UNCTAD: Der Bedarf für den Wiederaufbau im Gazastreifen beläuft sich auf $71,5 Milliarden
Der Bedarf für den Wiederaufbau des Gazastreifens wird laut dem jüngstenBericht über die UNCTAD-Hilfe für das palästinensische Volk, der dem UN-Handels- und Entwicklungsrat vorgelegt wurde, auf 71,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Bericht beschreibt detailliert den Zusammenbruch der Wirtschaft im Gazastreifen, die zunehmenden Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität im Westjordanland sowie den wachsenden Druck auf die palästinensischen öffentlichen Finanzen und den Bankensektor.
Desinformationskampagnen gegen Entwicklungszusammenarbeit
Vertreter der Bundesregierung und gemeinnütziger Organisationen haben sich am Mittwochmittag, 23. September 2026, in einer öffentlichen Sitzung des Entwicklungsausschusses des Deutschen Bundestags besorgt über die Zunahme gezielter Desinformationskampagnen gegen die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gezeigt. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Johann Saathoff (SPD), sprach von einer zunehmenden Behinderung der Arbeit der Bundesregierung und ihrer Partner. Projekte würden dekontextualisiert, Finanzierungssummen und Projektziele falsch dargestellt und Mitarbeitende im Ausland zunehmend als ausländische Agenten diffamiert.
„Internationale Zusammenarbeit ist kein Nice-to-have“
Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht weitere deutliche Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe vor. Im Interview erklärt VENRO-Vorstand Michael Herbst, welche Folgen die Einschnitte bereits heute für Millionen Menschen und lokale Partnerorganisationen haben – und warum der Bundestag jetzt eine Kurskorrektur einleiten sollte.
AidWatch 2026: Der Wandel der internationalen Zusammenarbeit Europas
Obwohl – oder gerade weil – die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) ein entscheidender Ausdruck globaler Solidarität ist, geht die ODA der EU weiter zurück. Angesichts historischer Kürzungen sowohl seitens der EU-Mitgliedstaaten (MS) als auch der EU-Institutionen haben in den letzten Jahren nur drei bis vier EU-Mitgliedstaaten das 0,7-Prozent-Ziel erreicht, während Länder wie Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweden und die Niederlande weitere Kürzungen angekündigt haben. Im Jahr 2025 gelangte mehr als jeder fünfte Euro, der als ODA gewertet wurde, nicht in die Länder der „Majority World“. Infolgedessen liegen die tatsächlich für die Bekämpfung von Armut und Ungleichheiten verfügbaren öffentlichen Mittel unter den offiziellen Zahlen.
Was die Kürzungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für Geschlechtergerechtigkeit bedeuten
Eine neue Analyse des Beratungsunternehmens SEEK Development im Auftrag von Oxfam zeigt: Die Mittel für Vorhaben mit Bezug zu Geschlechtergerechtigkeit könnten beim Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) um bis zu 1,4 Milliarden Euro zurückgehen. Damit lägen sie unter dem Niveau von 2019. Beim Auswärtigen Amt könnten die Mittel um rund 430 Millionen Euro sinken. Auch die deutschen Beiträge an zentrale internationale Organisationen sollen deutlich kleiner werden: Für 2027 sieht der Haushaltsentwurf gegenüber 2023 eine Kürzung des Beitrags an den United Nations Population Fund (UNFPA) um 45 Prozent auf 26,2 Millionen Euro und an UN Women um rund 30 Prozent auf 18,2 Millionen Euro vor.
Kernstandard zur Rechenschaftspflicht im Bereich Armutsbekämpfung
Dieser Standard wurde von AidWatch Canada in Zusammenarbeit mit Cooperation Canada entwickelt, um die Leistung der DAC-Geber bei der Zuweisung ihrer Entwicklungshilfe zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheiten zu messen. Erfasst werden die Mittel, die an die am wenigsten entwickelten Länder, extrem fragile Kontexte, kleine Inselentwicklungsstaaten sowie ausgewählte, auf Armutsbekämpfung ausgerichtete Sektoren in Ländern mit niedrigem mittlerem Einkommen fließen.