Von der Systemkrise zur Gerechtigkeitskrise in der arabischen Welt

Ziad Abdel Samad vom Arab NGO Network for Development argumentiert in diesem Beitrag, dass die Krise des Multilateralismus nicht nur eine Frage technischer Ineffizienz sei, sondern eine Legitimitäts- und Gerechtigkeitskrise. Er verweist auf Doppelstandards im Umgang mit Konflikten, die wachsende Lücke zwischen globalen Zusagen und realen Ergebnissen sowie auf Schulden, Konflikte und eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Raum als zentrale Bremsen für Entwicklung in der arabischen Region. Abschließend fordert er, Multilateralismus neu auszurichten: mit mehr Rechenschaft, gerechterer Machtverteilung, Reformen der Finanz- und Handelssysteme und stärkerer Einbindung lokaler Perspektiven.

Schulden, | 18.04.2026

Caribbean Emancipation 2030: Initiative für Schulden- und Klimagerechtigkeit

Die Kampagne „Caribbean Emancipation 2030“ des Caribbean Policy Development Centre (CPDC) fordert Lösungen für die klimabedingte Schuldenkrise karibischer Inselstaaten. Die interaktive Website stellt ein Modell vor, das Schuldenumstrukturierung mit Klimaschutz verknüpft, um die SDGs bis 2030 zu erreichen. Sie hebt historische Schuldenlasten hervor, aktuelle Klimarisiken und Vorschläge für Schuldenerlass, grüne Investitionen sowie regionale Solidarität.

Handel, | 30.03.2026

Kleine Erfolge, Fortschritte bei Reformen und der digitale Handel als Knackpunkt

Ergebnisse der 14. WTO-Ministerkonferenz

Die Erwartungen an die 14. Ministerkonferenz (MC14) der Welthandelsorganisation (WTO) waren gering. Die Ergebnisse fielen noch magerer aus. Den Mitgliedern gelang es zwar, einige kleine, aber bedeutende Beschlüsse zu verabschieden – insbesondere zur Fortsetzung der Verhandlungen über Fischereisubventionen und zur Verbesserung der Behandlung von Entwicklungsländern im Rahmen der Handelsregeln zu Lebensmittelsicherheit und Produktstandards. Uneinigkeit über die Politik im Bereich des digitalen Handels verhinderte jedoch eine Einigung bei den wichtigen Themen.

Handel, | 26.03.2026

Inside MC14

Die 14. Ministerkonferenz (MC14) der Welthandelsorganisation (WTO) findet vom 26. bis 29. März in Yaoundé, Kamerun, statt. Diese Ministerkonferenz wird nicht anhand neuer Ergebnisse beurteilt werden, sondern anhand der Fähigkeit der Regierungen, den Wert eines regelbasierten Systems zu stärken und die politische Dynamik hinter den laufenden Prioritäten wiederzubeleben. Da wichtige Themen wie Landwirtschaft, Fischereisubventionen und E-Commerce noch immer ungelöst sind, wird die MC14 die Fähigkeit der Mitglieder auf die Probe stellen, die Umsetzung jüngster Abkommen zu konsolidieren, Verhandlungen über noch offene Mandate voranzutreiben und politische Leitlinien für institutionelle Reformen vorzugeben, damit die WTO in einer fragmentierten Weltwirtschaft glaubwürdig und relevant bleibt.

Schulden, Systemische Fragen, | 23.03.2026

Steigende Ölpreise und die Verschuldung der Entwicklungsländer – der nächste Schock ist bereits da

Erneut sind die Entwicklungsländer von den Auswirkungen einer Krise betroffen, die sie nicht verursacht haben. Seit Beginn der US-amerikanisch-israelischen Luftangriffe auf den Iran am 28. Februar sind die weltweiten Ölpreise in die Höhe geschossen, was weit über den Nahen Osten hinaus Auswirkungen hat und sich auf die Spreads von Staatsanleihen in den Entwicklungs- und Schwellenländern des Globalen Südens auswirkt.

Wird der Iran-Krieg für gefährdete Länder zum Wendepunkt werden?

Die Energiepreise sind aufgrund der drohenden Sperrung der Straße von Hormus und der anhaltenden Angriffe auf die regionale Energieinfrastruktur in die Höhe geschossen. Schon vor diesem Schock waren viele Entwicklungsländer zunehmend gefährdet, bedrängt durch hohe Schuldenlasten, ein unvorhersehbares globales Handelsumfeld und ungünstige Bedingungen für die Außenfinanzierung. Wie bei anderen globalen Schocks der jüngsten Zeit werden jene Entwicklungsländer, die bereits über begrenzte politische Spielräume verfügen, wahrscheinlich am stärksten getroffen werden, insbesondere die Nettoimporteure von Rohstoffen.

Allgemein, | 3.03.2026

Financing for Development neu denken

Mit Time to pivot legen IDEAs und Mitautor:innen eine Neuvermessung der Entwicklungsfinanzierung in einer veränderten globalen Lage vor. Im Zentrum steht die Forderung, die Finanzarchitektur so umzubauen, dass öffentliche Einnahmen, Schuldenfragen und Klimafinanzierung wirksam zusammen gedacht werden.

Allgemein, | 26.02.2026

Auf dem Weg zu feministischer Wirtschafts- und Klimagerechtigkeit

Eine feministische Analyse kritischer Trends

Der jährliche Critical Trends Report von WEDO untersucht die Fortschritte und Herausforderungen bei der Verwirklichung einer umfassenden Vision für feministische Wirtschafts- und Klimagerechtigkeit, wie sie in den sieben Kernforderungen des Feminist Action Nexus (2021-2023) und der Rabat Roadmap (2025) dargelegt sind. Dieser Bericht, der die Entwicklungen im Laufe des Jahres 2025 (und neu veröffentlichte Daten) abdeckt, beleuchtet sowohl lokale Schauplätze des Kampfes gegen die Folgen des Neoliberalismus als auch globale Advocacy-Vorschläge der Zivilgesellschaft und der Länder des Globalen Südens zur Transformation unseres Wirtschaftssystems.

Maßnahmen zur Schuldenbekämpfung angesichts von Kürzungen der Entwicklungshilfe im UK

Diese Analyse von CAFOD zeigt, wie Maßnahmen zur Bewältigung der globalen Schuldenkrise zu Nettogewinnen in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung, Bildung und Gesundheit führen könnten – selbst vor dem Hintergrund der drastischen Kürzungen der Entwicklungshilfe, die die britische Regierung für 2025 angekündigt hat.

Schulden, | 19.02.2026

Neue Berichtsserie – Staatsschulden im Fokus

Seit Anfang des Jahres veröffentlicht International Development Economics Associates (IDEAS) eine neue Reihe von Berichten, in denen wichtige Aspekte der Staatsschulden im globalen Süden untersucht werden. Dabei werden Länder wie Sambia, Ecuador und Argentinien sowie die sich wandelnde Rolle Chinas in Afrika behandelt.

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