Schulden, Systemische Fragen, | 27.10.2026

Mauritius: Unruhen im Urlaubsparadies

Weiße Strände, Luxusresorts und jetzt die schwersten Unruhen seit 1999. Auslöser waren eine heftige Dürre mit wochenlangen Wasserrationierungen und steigende Lebenshaltungskosten. Eskaliert ist die Lage, nachdem die Polizei eine junge Frau angeschossen hatte. Brisant auch der Hintergrund: Rund 60 % des Leitungswassers versickern in einem maroden Netz, und für dessen Sanierung fehlt das Geld. Gleichzeitig fährt die Regierung einen vom IWF gelobten Sparkurs. Beim Auslandsschuldendienst sieht der Schuldenreport von erlassjahr.de und Misereor Mauritius derzeit „nur“ mit Belastungsrisiko (via erlassjahr.de).

Weltnaturkonferenz: Deutschland mobilisiert private Mittel für weltweiten Schutz natürlicher Lebensgrundlagen

Deutschland kündigt anlässlich der 17. Weltnaturkonferenz (CBD COP17) weitere Unterstützung für den weltweiten Schutz und die Wiederherstellung der Natur an. Mit dem Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (GBF) hat sich die Weltgemeinschaft konkrete globale Ziele für den Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Wiederherstellung der Natur bis zum Jahr 2030 gegeben. Jetzt geht es darum, diese Versprechen einzuhalten. Mit seinen Zusagen möchte Deutschland – die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit privaten Stiftungen – einen Beitrag leisten für den langfristigen Erhalt bedeutender Naturlandschaften und Schutzgebiete, die Wiederherstellung von Lebensräumen und den Schutz bedrohter Arten. Zugleich sollen die Beiträge Ländern dabei helfen, ihre nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAPs) umzusetzen. Neben Beiträgen für den Legacy Landscapes Fund zahlt die Bundesregierung Mittel aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) an verschiedene Fonds und Programme.

Systemische Fragen, | 23.10.2026

Geldpolitik in einer KI-Wirtschaft

Verändert künstliche Intelligenz (KI) die Transmission der Geldpolitik? Die Autorinnen eines neuen DIW-Papiers entwickeln ein neukeynesianisches Zwei-Sektoren-Modell mit heterogenen Akteuren und aufgabenbasierter Produktion. In diesem Modell automatisiert KI einen Teil der Arbeit in einem exponierten Sektor, während der andere Sektor davon unberührt bleibt. Im KI-Gleichgewicht verfügt die Wirtschaft über mehr Kapital und das Arbeitseinkommen verlagert sich von den exponierten Arbeitnehmern, die durch Arbeitszeitverluste Einbußen erleiden, hin zu den geschützten Arbeitnehmern, die durch höhere Löhne profitieren. Anschließend vergleichen die Autorinnen dieselbe Zinssenkung in beiden Volkswirtschaften.

Allgemein, | 22.10.2026

Das Development Finance Observatory

Das Development Finance Observatory (DFO) wurde entwickelt, um Fragmentierung und Reibungsverluste zu verringern, nicht durch den Ersatz der Institutionen, die Daten erstellen, sondern durch die Vernetzung ihrer Daten. Mithilfe dieses Tools können Daten zu Entwicklungshilfe, Verschuldung, Klima- und Gesundheitsfinanzierung, nationalen Haushalten sowie Überweisungen auf einer einzigen offenen Plattform gebündelt werden. Dabei kann jede Zahl bis zu ihrer Quelle zurückverfolgt werden.

Querschnittsaufgaben, | 22.10.2026

Tech-Milliardäre experimentieren in Lateinamerika mit Privatstädten

Auch wenn es abgelegen erscheint, Lateinamerika ist ein Versuchsfeld für Modelle privater Herrschaft ohne demokratische Kontrolle. Natürlich nicht ganz Lateinamerika, sondern Mini-Enklaven in Honduras, Nicaragua, Venezuela, vielleicht auch bald Uruguay und Argentinien. Klingt sehr weit entfernt. Hat aber viel mit der europäischen und US-amerikanischen Gegenwart zu tun. Und einige Anhänger in Deutschland. Während in Europa über Wohnraumkrise und Wettbewerbsfähigkeit debattiert wird, sind in experimentierfreudigen ideologisch aufgeladenen Mikrokosmen Selbstverständlichkeiten wie Mietverträge, Mieter- und Verbraucherschutz schon längst abgeschafft.

Neues aus dem Bundestag | 21. Oktober 2026

Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus den Bereichen (internationaler) Wirtschafts-, Finanz,- Umwelt- und Entwicklungspolitik „hib – heute im bundestag“ mit Neuigkeiten aus Ausschüssen und aktuellen parlamentarischen Initiativen. Diese sind können beim Bundestag per E-Mail-Newsletter hier bestellt werden: https://www.bundestag.de/newsletter.

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Systemische Fragen, | 21.10.2026

Rückblick auf die Jahrestagungen 2026: Die Kluft zwischen Maßnahmen der BWIs und Bedürfnissen wird immer größer

Während Weltbank und IWF sich unbeeindruckt zeigten von den sich verschärfenden globalen Krisen in den Bereichen Verschuldung, Klima und Ungleichheit, bedrohten beispiellose Überschwemmungen in Bangkok die Tagungen nur wenige Tage vor ihrem Beginn. Als Reaktion auf Schocks greift der IWF erneut auf Strukturanpassungsmaßnahmen zurück und setzt gleichzeitig auf einen volatilen und ungewissen KI-Boom. Dadurch wird die Reaktionsfähigkeit der Staaten eingeschränkt. Die Weltbank verstärkt ihren Fokus auf die Mobilisierung von Privatkapital (PCM) und die Beschäftigungsagenda, zeigt dabei jedoch wenig Bereitschaft, die Diskussion von der Quantität hin zu evidenzbasierter Qualität und Entwicklungswirkung zu verlagern.

Öffentliche Finanzen, | 20.10.2026

Wie das UN-Steuerabkommen finanzielle Mittel für die biologische Vielfalt erhöhen kann

Die 17. Vertragsstaatenkonferenz (COP 17) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) muss sich mit den unzureichenden Fortschritten bei der Mobilisierung finanzieller Mittel für die biologische Vielfalt sowie bei der Erreichung der Finanzziele 18 und 19 des Globalen Rahmens für die biologische Vielfalt (GBF) befassen. Das Mandat der COP 17, die Hindernisse zu beseitigen, welche die Effektivität der globalen Biodiversitätsfinanzierung beeinträchtigen, kommt daher zur richtigen Zeit: Derzeit verhandeln die UN-Mitgliedstaaten über das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über internationale Zusammenarbeit im Steuerbereich. Dieses hat das Potenzial, die genannten Probleme anzugehen, indem es illegale Finanzströme eindämmt – unter anderem durch die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und -vermeidung –, umweltschädliche Subventionen schrittweise abbaut und letztlich die Mobilisierung inländischer Ressourcen für eine nachhaltige Entwicklung steigert.

Systemische Fragen, | 20.10.2026

Jenseits von Bangkok stellt sich die Frage: Wer kontrolliert die Finanzen, die Ressourcen und unsere Zukunft?

Die Jahrestagungen des IWF und der Weltbank in Bangkok haben die Legitimitätskrise der internationalen Finanzarchitektur offengelegt. In einer Zeit, die von Krieg, ökologischer Zerstörung, Schuldenkrise und zunehmender Ungleichheit geprägt ist, bieten die Institutionen weiterhin die altbekannten Lösungen an: Haushaltskonsolidierung, Risikomanagement und die Mobilisierung von Privatkapital. Ihre Sprache hat sich angepasst. Die Verteilung der wirtschaftlichen Macht jedoch nicht.

Entwicklung für wen?

Zum Bericht des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Entwicklung über seinen Besuch in Deutschland

Deutschland finanziert Infrastrukturprojekte, unterstützt ärmere Länder und bekennt sich zu den Menschenrechten. Durch den weitgehenden Ausfall der USA als internationaler Partner ist die Bundesrepublik in vielen wichtigen Bereichen zudem zur – wenn auch schrumpfenden – größten Geberin geworden. Doch wer kann über die eigene Zukunft mitentscheiden und wer profitiert von politischen Entscheidungen? Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Entwicklung, Surya Deva, legt an diese Fragen einen umfassenden Maßstab an: das Recht auf Entwicklung.

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