Querschnittsaufgaben
Quer zu den funktionalen Themenbereichen liegen die Ziele, die mit den unterschiedlichen Instrumenten erreicht werden sollen. Am ausführlichsten und umfangreichsten sind sie in den Zielen 1 bis 16 der sog. Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) aufgeschrieben. Es gibt aber auch Themenbereiche, die zugleich Ziele und Instrumente sind. So ist die Verwirklichung der Menschenrechte – inklusive der Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen Rechte – mehr als ein Selbstzweck. Vielmehr enthalten sie auch Verfahren und Strategien, wie Entscheidungen national, regional und global so zustande kommen, dass die Interessen aller berücksichtigt werden. Es macht einen Unterschied, ob internationale Konferenzen wirtschaftliche Interesse gleichberechtigt neben Rechteinhaber:innen wie indigenen Gemeinschaften oder Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu Wort kommen lassen – oder eben nicht. Auch die Frage, wie Infrastruktur – digital oder analog – auf- bzw. umgebaut wird, ist entscheidend bei der Frage, ob damit Beiträge zu Nachhaltigkeit geleistet werden können.
Europa kapituliert, Brasilien wehrt sich: Rückblick auf den G7-Gipfel in Évian
Vom 15. bis 17. Mai fand in Évian, Frankreich, der G7-Gipfel statt, an dem auch Bundeskanzler Merz teilnahm. Um der aktuellen US-Regierung entgegenzukommen, finden Begriffe wie „Nachhaltigkeit“, „Gender“ oder „Agenda 2030“ in den diesjährigen G7-Erklärungen keine Erwähnung. Auch wurden keine entsprechenden Maßnahmen vereinbart, um in diesen Bereichen nennenswerte Fortschritte zu erzielen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs traten in Evian geschwächt in Erscheinung. Besonders beschämend war die Kapitulation der französischen G7-Präsidentschaft unter Macron. Seit 2015 hat sich Frankreich konsequent als Verfechter des Pariser Abkommens präsentiert, jenes wegweisenden UN-Klimaschutzabkommens, das nach seiner Hauptstadt benannt ist. Doch in Evian verzichtete die französische Präsidentschaft darauf, sich prominent für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und die Agenda 2030 einzusetzen, um eine Konfrontation mit Trump zu vermeiden.
Neues aus dem Bundestag | 15. Juni 2026
Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus den Bereichen (internationaler) Wirtschafts-, Finanz,- Umwelt- und Entwicklungspolitik „hib – heute im bundestag“ mit Neuigkeiten aus Ausschüssen und aktuellen parlamentarischen Initiativen. Diese sind können beim Bundestag per E-Mail-Newsletter hier bestellt werden: https://www.bundestag.de/newsletter.
WeiterlesenWarum Kirche politisch sein muss – Eindrücke vom Katholikentag 2026
„Kirche ist keine NGO“, erklärte Markus Söder (CSU) kurz vor dem 104. Deutschen Katholikentag. In Würzburg wurde jedoch deutlich, dass sich viele kirchliche Gruppen und Einzelpersonen ausdrücklich für Solidarität, Menschenwürde und gesellschaftliches Engagement einsetzen. Auch der erlassjahr.de-Stand hat gezeigt, warum NGOs auf Kirchen- und Katholikentagen ihren Platz haben.
Absturz eines Superstars
Die Niederlage im Rennen um den UN-Sicherheitsrat ist mehr als eine Blamage. Sie offenbart Deutschlands schwindende Glaubwürdigkeit.
Es ist der Absturz eines diplomatischen Superstars. Die deutsche Niederlage bei der Wahl zum Weltsicherheitsrat ist die Quittung für eine zuletzt desaströse Außenpolitik, die weder den Werten noch den Interessen der Bundesrepublik gerecht wurde. Dass der zweitgrößte UN-Beitragszahler gegenüber Portugal und Österreich so abgestraft wird, zeigt einen globalen Vertrauensverlust, der bisher in der Deutlichkeit im politischen Berlin noch nicht angekommen war.
Neues aus dem Bundestag | 15. Mai 2026
Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus den Bereichen (internationaler) Wirtschafts-, Finanz,- Umwelt- und Entwicklungspolitik „hib – heute im bundestag“ mit Neuigkeiten aus Ausschüssen und aktuellen parlamentarischen Initiativen. Diese sind können beim Bundestag per E-Mail-Newsletter hier bestellt werden: https://www.bundestag.de/newsletter.
WeiterlesenCEO-Gehälter explodieren, Reallöhne von Beschäftigten fallen
Zum Tag der Arbeit zeigt eine neue Oxfam-Analyse, wie sich die Einkommensschere seit der Corona-Pandemie weltweit immer weiter auseinanderentwickelt hat: Auf der einen Seite explodieren Spitzengehälter und sind seit 2019 um 54 Prozent gestiegen, auf der anderen Seite sind die Reallöhne von Beschäftigen um zwölf Prozent gesunken. Oxfam fordert eine Besteuerung Superreicher, die Einführung höherer Spitzensteuersätze, um maßlosen CEO-Gehältern entgegenzuwirken, sowie gerechte Löhne.
Von der Systemkrise zur Gerechtigkeitskrise in der arabischen Welt
Ziad Abdel Samad vom Arab NGO Network for Development argumentiert in diesem Beitrag, dass die Krise des Multilateralismus nicht nur eine Frage technischer Ineffizienz sei, sondern eine Legitimitäts- und Gerechtigkeitskrise. Er verweist auf Doppelstandards im Umgang mit Konflikten, die wachsende Lücke zwischen globalen Zusagen und realen Ergebnissen sowie auf Schulden, Konflikte und eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Raum als zentrale Bremsen für Entwicklung in der arabischen Region. Abschließend fordert er, Multilateralismus neu auszurichten: mit mehr Rechenschaft, gerechterer Machtverteilung, Reformen der Finanz- und Handelssysteme und stärkerer Einbindung lokaler Perspektiven.
Catalyzing Africa’s Renewable Energy Transformation
Theory of Change für Afrikas Energiewende
Brot für die Welt und Germanwatch präsentieren eine Theory of Change (ToC) für Afrikas Transformation zu erneuerbaren Energien. Trotz 60% der weltbesten Solarressourcen verfügt Afrika nur über 56 GW erneuerbare Kapazität (hauptsächlich Wasserkraft) und deckt 20% des Energiebedarfs – bei massiver Armut an Strom und sauberem Kochen. Die ToC bietet einen systemischen Rahmen für Dekarbonisierung, wirtschaftliche Chancen und Inklusion, als Leitfaden für Kooperation und Fortschritt.
Wie Deutschland seinen Pflegenotstand zum Problem anderer Länder macht
Brot für die Welt veröffentlicht mit dieser Analyse eine Untersuchung zu den Folgen bilateraler Abwerbeabkommen für Gesundheitsfachkräfte aus Brasilien und Kolumbien nach Deutschland. Die Autoren beleuchten den Fachkräftemangel in den Herkunftsländern, wo deutlich weniger Ärztinnen und Pflegekräfte pro Einwohnerin verfügbar sind als in Deutschland, und warnen vor Risiken für lokale Gesundheitssysteme, insbesondere in ländlichen Regionen. Sie fordern ethische Standards, wie die Beteiligung lokaler Akteure, Kompensation von Ausbildungskosten und „Do-no-harm“-Maßnahmen, um Abwerbeketten zu unterbinden
Neues aus dem Bundestag | 16. April 2026
Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus den Bereichen (internationaler) Wirtschafts-, Finanz,- Umwelt- und Entwicklungspolitik „hib – heute im bundestag“ mit Neuigkeiten aus Ausschüssen und aktuellen parlamentarischen Initiativen. Diese sind können beim Bundestag per E-Mail-Newsletter hier bestellt werden: https://www.bundestag.de/newsletter.
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