Geldpolitik in einer KI-Wirtschaft
Verändert künstliche Intelligenz (KI) die Transmission der Geldpolitik? Die Autorinnen eines neuen DIW-Papiers entwickeln ein neukeynesianisches Zwei-Sektoren-Modell mit heterogenen Akteuren und aufgabenbasierter Produktion. In diesem Modell automatisiert KI einen Teil der Arbeit in einem exponierten Sektor, während der andere Sektor davon unberührt bleibt. Im KI-Gleichgewicht verfügt die Wirtschaft über mehr Kapital und das Arbeitseinkommen verlagert sich von den exponierten Arbeitnehmern, die durch Arbeitszeitverluste Einbußen erleiden, hin zu den geschützten Arbeitnehmern, die durch höhere Löhne profitieren. Anschließend vergleichen die Autorinnen dieselbe Zinssenkung in beiden Volkswirtschaften.
Das Development Finance Observatory
Das Development Finance Observatory (DFO) wurde entwickelt, um Fragmentierung und Reibungsverluste zu verringern, nicht durch den Ersatz der Institutionen, die Daten erstellen, sondern durch die Vernetzung ihrer Daten. Mithilfe dieses Tools können Daten zu Entwicklungshilfe, Verschuldung, Klima- und Gesundheitsfinanzierung, nationalen Haushalten sowie Überweisungen auf einer einzigen offenen Plattform gebündelt werden. Dabei kann jede Zahl bis zu ihrer Quelle zurückverfolgt werden.
KI, Sparpolitik und private Gewinne
Nachhaltige Entwicklung rückt bei den Jahrestagungen des IWF und der Weltbank in den Hintergrund
Trotz der Warnung, dass eine steigende Verschuldung in den Industrieländern, höhere Zinssätze und ein Investitionsboom im Bereich der KI Kapital aus dem Globalen Süden abziehen könnten, setzten der IWF und die Weltbank bei ihrer Jahrestagung in Bangkok weiterhin auf dieselben gescheiterten Lösungen. Während Verschuldung, Ungleichheiten und Klimaschocks die wirtschaftliche Stabilität bedrohen, setzen beide Institutionen zudem verstärkt auf KI-Investitionen als Weg zu globalem Wachstum, obwohl sie die damit verbundenen Risiken ebenfalls anerkennen.
Globales Wachstum schrumpft auf 2,6%, Unterschiede zwischen Regionen werden größer
Trade and Development Report 2026
UNCTAD prognostiziert für das Jahr 2026 ein Handelswachstum von 4 %. Das Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern dürfte sich im selben Jahr auf 4 % verlangsamen, während diese Länder mit neuen technologischen und politischen Hindernissen konfrontiert sind. Die meisten asiatischen Volkswirtschaften zeigen jedoch eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und ein dynamisches Wachstum. Künstliche Intelligenz (KI) ist ein wesentlicher Motor für die Dynamik im Welthandel, doch ihre Vorteile sind äußerst ungleich verteilt. Die aufstrebenden Volkswirtschaften des Globalen Südens bilden das Fundament für die regionale und sektorale Integration.
Neues Gutachten liefert erste wettbewerbsrechtliche Überprüfung des digitalen Euros
Die Einführung des digitalen Euros als digitales Zahlungsmittel ist ein Eingriff in einen bisher privat organisierten Markt. Finanzwende Recherche hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um unter anderem herauszufinden, ob dieses Eingreifen gerechtfertigt ist. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass die Einführung und Nutzung des digitalen Euros im Rahmen der Geldpolitik eine hoheitliche Tätigkeit des Eurosystems darstellt und zulässig ist.
Wallet Wars
Der Kampf der Bankenlobby gegen den digitalen Euro
Finanzwende enthüllt in dieser Lobby-Recherche, wie Banken und Finanzakteure mit Positionspapieren, Treffen und Medienarbeit den digitalen Euro bremsen, um Profite aus Einlagen und Zahlungsverkehr zu schützen. Die Kampagne schürt Ängste vor Finanzinstabilität und hoher Kosten, während die EZB-Kommission 58 Mal mit Branchenvertretern traf, aber nur einmal mit Zivilgesellschaft. Ergebnis: Vorschläge für unattraktiven digitalen Euro mit Höchstbeträgen, fehlender Verzinsung und hohen Gebühren zugunsten der Banken.
WTO-Ministerkonferenz bietet afrikanischen Ländern Ausweg aus der Sackgasse
Nach fast 30 Jahren ist das WTO-Zollmoratorium für E-Commerce ausgelaufen. Das ist eine gute Nachricht für die Länder des Globalen Südens, meinen die Digitalhandelsexperten Africa Kiiza und Sven Hilbig. Allerdings müssten die afrikanischen Regierungen die Chance klug nutzen.
Drohungen wirken: Die USA sollen bald bei Strafen gegen Big Tech mitreden
Ein intransparenter Deal bahnt sich an
Euractiv und Handelsblatt berichten, dass die EU-Kommission sich in mit der US-Regierung in einem Dialog darüber befinden, wie die US-Regierung bei Sanktionen gegen US-amerikanische Tech Unternehmen eingebunden werden kann. Die Meldung stammt vom 1. April, ist aber kein Scherz. Eigentlich hatte die EU-Kommission immer behauptet, den Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA) nicht zur Verhandlungsmasse im Zollstreit zu machen. Nun solle aber wieder mehr Kooperation ermöglicht werden.
WTO-Group schmiedet E-Commerce-Pakt
Ein plurilateraler Umweg für globale Digitalregeln.
66 WTO-Mitglieder haben sich auf einen Zwischenweg geeinigt, um das E-Commerce-Abkommen trotz blockierter Gesamtorganisation voranzubringen. Die Lösung setzt auf „interim arrangements“ außerhalb des klassischen Konsenses und zeigt, wie Handelsregeln für den digitalen Bereich inzwischen im Kreis der Willigen statt im Vollformat der WTO entstehen.
Kleine Erfolge, Fortschritte bei Reformen und der digitale Handel als Knackpunkt
Ergebnisse der 14. WTO-Ministerkonferenz
Die Erwartungen an die 14. Ministerkonferenz (MC14) der Welthandelsorganisation (WTO) waren gering. Die Ergebnisse fielen noch magerer aus. Den Mitgliedern gelang es zwar, einige kleine, aber bedeutende Beschlüsse zu verabschieden – insbesondere zur Fortsetzung der Verhandlungen über Fischereisubventionen und zur Verbesserung der Behandlung von Entwicklungsländern im Rahmen der Handelsregeln zu Lebensmittelsicherheit und Produktstandards. Uneinigkeit über die Politik im Bereich des digitalen Handels verhinderte jedoch eine Einigung bei den wichtigen Themen.