Ein Rahmenkonzept für Klimareparationen für die karibischen SIDS
Dieser Bericht entwickelt ein praktisches und auf Gerechtigkeit ausgerichtetes Rahmenkonzept für Klimareparationen in der Karibik, das über die traditionellen Diskussionen um Verluste und Schäden hinausgeht und den Schwerpunkt stärker auf Verantwortung, Wiedergutmachung und strukturelle Klimagerechtigkeit legt. Er argumentiert, dass die karibischen SIDS nicht lediglich als Empfänger von Klimahilfe behandelt werden dürfen, sondern als Klimagläubiger mit legitimen Ansprüchen auf Reparationsfinanzierung, Schuldengerechtigkeit und politischen Handlungsspielraum.
Prognosen zur öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) für 2026 und die nahe Zukunft
Auswirkungen auf gefährdete Länder und Sektoren
Die Netto-ODA wird im Jahr 2026 voraussichtlich erneut um 6,9 % zurückgehen. Damit ist dies das dritte Jahr in Folge mit einem Rückgang, wodurch die ODA auf den niedrigsten Stand seit 2014 sinkt. Diese Prognosen berücksichtigen weder eine mögliche weitere Verschärfung der anhaltenden Krisen noch zusätzliche haushaltspolitische Maßnahmen zur Bewältigung dieser Krisen. Die ärmsten Länder sind am stärksten betroffen. Die bilaterale ODA für Subsahara-Afrika und die am wenigsten entwickelten Länder wird 2026 voraussichtlich erneut sinken, und zwar um 11,6 % bzw. 10,9 %. Damit ist dies das dritte Jahr in Folge mit einem Rückgang, wodurch beide auf ihren tiefsten Stand seit Anfang der 2000er Jahre sinken. Es ist nicht zu erwarten, dass multilaterale Kanäle diese Lücke schließen werden. Die multilaterale ODA hat ihren langjährigen Aufwärtstrend durchbrochen. Für 2026 wird ein erneuter Rückgang um 3,4 % prognostiziert. Die Kernfinanzierung für UN-Organisationen dürfte von 2024 bis 2026 um rund 31 % sinken und bis 2028 etwa 18 % unter dem Niveau von 2016 bleiben. Die laufenden Reformprozesse des multilateralen Systems werden sich voraussichtlich vor dem Hintergrund deutlich eingeschränkter Finanzmittel vollziehen.
Mehr als 120.000 für konsequente Durchsetzung unserer Techregeln
Am 18. Juni tagten in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der EU mit Kommissionspräsidentin von der Leyen. Ein Bündnis inkl. Rebalance Now hat für diesen Tag eine klare Botschaft mitgebracht: Mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger fordern eine konsequente Durchsetzung unserer Techregeln statt Einknicken vor Trumps und Big Techs Druck aus den USA.
Zivilgesellschaftliche Gruppen fordern eine dauerhafte Steuer auf die rasant steigenden Gewinne aus fossilen Brennstoffen
Organisationen für Klima- und Finanzgerechtigkeit in ganz Europa fordern Staats- und Regierungschefs auf, eine neue, dauerhafte Steuer auf Gewinne aus fossilen Brennstoffen einzuführen, während diese sich in der Woche des 17. Juni in Brüssel zum Europäischen Rat versammeln. Die Aktivist:innen argumentieren, dass die Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, einen größeren Beitrag zur Bewältigung ihrer sozialen, wirtschaftlichen und klimatischen Folgen leisten sollten, und fordern die Einführung von Steuern nach dem Verursacherprinzip auf nationaler und EU-weiter Ebene. Außerdem appellieren sie an die Staats- und Regierungschefs, die Besteuerung fossiler Brennstoffe bei den bevorstehenden Verhandlungen zum UN-Steuerabkommen zu unterstützen, da ihrer Ansicht nach auch eine globale Lösung unerlässlich ist.
Offene Immobilienfonds: Reale Risiken
Neues Gutachten zur Lage bei offenen Immobilienfonds in 2026
Die Lage bei offenen Immobilienfonds hat sich in den anderthalb Jahren seit der letzten Finanzwende-Analyse verschlechtert. Einige der damals benannten Risiken sind längst eingetreten. Die Fonds verzeichnen Mittelabflüsse in Rekordhöhe, die meisten kämpfen auf Jahressicht mit Mini- oder Minusrenditen. Drei verweigern gar die Rücknahme von Anteilen – und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Die Finanzaufsicht BaFin will sich nun für eine realistischere Risikoeinstufung der Fonds stark machen, die bisher oft als sichere Anlage verkauft wurden. Doch die Aufseher sollten mehr zum Schutz der Anleger:innen tun.
Erklärung der G7 Staats- und Regierungschefs zu für beide Seiten vorteilhaften internationalen Partnerschaften.
Aufbauend auf dem Gipfel für einen neuen Finanzpakt (2023), der zur Verabschiedung des Pakts für Wohlstand, Menschen und den Planeten führte, sowie dem „Africa Forward“-Gipfel (2026) setzt sich Frankreich nach eigenem Bekunden weiterhin dafür ein, das traditionelle Modell der Entwicklungshilfe durch internationale Partnerschaften zu transformieren. Die im Rahmen des G7-Gipfels von den Staats- und Regierungschefs verabschiedete Erklärung erkennt an, dass die öffentliche Entwicklungshilfe – die zu 70 % von den G7-Ländern bereitgestellt wird – nicht ausreicht, um den Wachstums- und Beschäftigungsbedarf der Entwicklungsländer zu decken oder ihrem Wunsch nach einer Behandlung als echte Partner gerecht zu werden. Sie bekräftigt die Ansicht, Instrumente zu modernisieren und mehr private Finanzmittel für die Entwicklung zu mobilisieren, insbesondere durch die Entwicklung von Instrumenten zur Risikominderung, wie beispielsweise Garantien.
Wie Investoren Mikrofinanzfonds verantwortlich mitgestalten können
Mikrofinanz wird weithin als Instrument zur Förderung finanzieller Inklusion und Armutsbekämpfung angesehen. Gleichzeitig weisen Forschung, Medienberichte sowie Berichte von Menschenrechtsorganisationen auf die Risiken von Überschuldung durch Mikrokredite in verschiedenen Ländern hin. Das Briefing Paper analysiert die strukturellen Risiken von Überschuldung und beleuchtet die Rolle, die institutionelle Investoren bei der Bewältigung dieser Risiken spielen können. Es stellt konkrete Mindeststandards vor, die institutionelle Investoren im Rahmen von Stewardship und Engagement gegenüber Mikrofinanzinvestmentanbietern einfordern können, um dazu beizutragen, dass Mikrofinanzinvestitionen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, ohne die finanzielle Vulnerabilität der Kreditnehmer:innen zu verschärfen.
Global Gateway: Rat nimmt Schlussfolgerungen zur globalen Investitions- und Partnerschaftsstrategie der EU an
Der Rat der EU hat am 15. Juni Schlussfolgerungen zu Global Gateway angenommen, in denen er bekräftigt, dass die EU das Programm als weltweite Investitionsstrategie zum Aufbau beiderseitig vorteilhafter Partnerschaften und zur Mobilisierung öffentlicher und privater Ressourcen im Hinblick darauf, globale Investitionslücken zu schließen, weiter verfolgen wird. In einem geopolitischen Umfeld, das von zunehmender Fragmentierung, wirtschaftlichem Wettbewerb und Druck auf die demokratische Staatsführung geprägt ist, bekräftigt der Rat seine Entschlossenheit, Global Gateway als Kernelement des auswärtigen Handelns der EU voranzubringen. Die Strategie sei ein positives und umfassendes Angebot der EU an Partnerländer, das Entwicklungszusammenarbeit, Handel und Investitionen verbindet.
Entwicklungshilfe wird durch Investitionen ersetzt. Das ist ein gefährlicher Fehler.
Es gibt genügend Vermögen, um Entwicklungs- und Klimaziele zu finanzieren. Was fehlt, ist die Bereitschaft, dieses Vermögen zu besteuern und für das Gemeinwohl einzusetzen. Kürzlich gingen zwei große globale Entwicklungsgipfel in Paris und London zu Ende, deren erklärtes Ziel es war, die strategische Ausrichtung der internationalen Zusammenarbeit neu zu gestalten. Beide fanden vor dem Hintergrund einer historischen Heuchelei statt: Wir erleben die tiefsten Kürzungen bei der Entwicklungshilfe seit Beginn der Aufzeichnungen, und zwar genau zu einer Zeit, in der das Vermögen der Milliardäre moralisch unvorstellbare Rekordhöhen erreicht. Allein in den letzten 12 Monaten haben Milliardäre 4 Billionen Dollar dazugewonnen, wodurch ihr Vermögen nun 1,5 Billionen Dollar über dem der ärmsten Hälfte der Menschheit liegt. Unterdessen stiegen die weltweiten Militärausgaben auf fast 3 Billionen Dollar, und die Giganten der fossilen Brennstoffindustrie werden voraussichtlich Gewinne in astronomischer Höhe von 3.000 Dollar pro Sekunde einstreichen.
Mit steigenden Kreditkosten gerät die Entwicklungsfinanzierung unter Druck
Ein neuer UNCTAD-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass viele Entwicklungsländer aufgrund steigender Kreditkosten weniger Geld für Investitionen in Schulen, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung haben. Zwischen 2018 und 2024 führten steigende Zinszahlungen in 99 Entwicklungsländern – in denen 5,5 Milliarden Menschen leben – zu einer Verringerung des für Entwicklungszwecke verfügbaren finanzpolitischen Spielraums. Entwicklungsländer zahlen weiterhin deutlich mehr für externe Finanzierungen als Industrieländer. Die UNCTAD fordert nationale Reformen und verstärkte internationale Maßnahmen, um die Finanzierungskosten zu senken und den Umfang sowie den Zugang zu erschwinglichen, langfristigen Finanzmitteln zu erweitern.