Die 100 umsatzstärksten europäischen Konzerne befeuern die Ungleichheitskrise

Unternehmen schütten deutlich mehr Dividenden aus, als sie in den ökologischen Wandel investieren

Die 100 umsatzstärksten europäischen Unternehmen verschärfen die Ungleichheitskrise – sozial, politisch, wirtschaftlich und ökologisch. Das zeigt der neue Oxfam-Bericht „People, Power, Profits, Planet: How the biggest European companies fuel the global inequality crisis“. Anhand verschiedener Indikatoren und mit Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 untersucht der Bericht erstmals, wie Konzerne in Europa mit ihrer Geschäftspolitik verschiedene Aspekte von Ungleichheit verstärken. Auch 27 deutsche Unternehmen sind Teil der Auswertung. Oxfam fordert eine Begrenzung von Führungsgehältern und eine dauerhafte Übergewinnsteuer.

Schulden, | 8.06.2026

Abstimmung über Gesetzentwurf der New Yorker Staatsversammlung zur Entschuldung vertagt

Die New Yorker Staatsversammlung hat es versäumt, über ein Gesetz abzustimmen, das sog. „Geier“-Fonds stoppen, US-Steuerzahler und Renten sichern sowie zur Senkung der Lebensmittel- und Kraftstoffpreise beitragen würde. Der „Champerty Fix Act“ (S.1477, A.643-A) war mit überwältigender Mehrheit vom Senat verabschiedet worden und hätte in der Staatsversammlung die notwendigen Stimmen erhalten, wenn er zur Abstimmung gebracht worden wäre.

OECD-Bericht bestätigt stärkere Abhängigkeit von Privatsektor und Krediten

Eurodad argumentiert, dass der jüngste OECD-Bericht zur Klimafinanzierung zwar erneut mehr als 100 Milliarden US-Dollar ausweist, der Anstieg aber vor allem auf mehr private Mobilisierung und auf multilaterale Entwicklungsbanken zurückgehe, nicht auf zusätzliche öffentliche Hilfe. Der Beitrag betont, dass der überwiegende Teil der öffentlichen Klimafinanzierung weiterhin als Kredit fließe, wodurch die Schuldenlast im Globalen Süden wachse, während Anpassungsfinanzierung hinter dem Bedarf zurückbleibe. Eurodad kritisiert außerdem, dass methodische Entscheidungen der OECD fragwürdige Kredite, Exportkredite und Face-Value-Bewertungen begünstigten und damit die tatsächliche Hilfe überzeichneten.

Nach ihrer Pfeife tanzen: Ratingagenturen, Länderrisiko und Finanzierungsbedingungen im Globalen Süden

Ein neuer Bericht von Latindadd und Third World Network analysiert, wie die drei großen Ratingagenturen – Moody’s, S&P und Fitch – die Finanzierungsbedingungen für Staaten im Globalen Süden beeinflussen. Anhand von neun Länderfallstudien, darunter Argentinien, Belize, Kolumbien, Ecuador, Indonesien, die Malediven, Pakistan, Sri Lanka und Sambia, zeigt er, wie Ratingmaßnahmen Marktstress verstärken, Kreditkosten erhöhen und den politischen Handlungsspielraum einschränken können. Der Bericht hebt hervor, dass mehr als 95 Prozent der Herabstufungen von Länderratings im Jahr 2020 Schwellen- und Entwicklungsländer betrafen, während Klimaschocks, Umschuldungen und Entscheidungen über öffentliche Ausgaben weiterhin zu verschärften Finanzierungsbedingungen führen.

Systemische Fragen, | 4.06.2026

Global Justice Report: Ein Plan für Gleichheit und Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen

Das World Inequality Lab stellt mit dem Global Justice Report einen umfassenden Plan vor, der globale Ungleichheit, Klimaschutz und Wirtschaftsordnung zusammen denkt. Der Bericht skizziert einen Übergang bis 2100, in dem das durchschnittliche Monatseinkommen in allen Ländern auf 5.000 Euro steigt, die globale Erwärmung bei 1,8 Grad begrenzt wird und die Verteilung von Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit deutlich egalitärer ausfällt. Dafür seien schnelle Dekarbonisierung, ein Umstieg auf Suffizienz, starke Umverteilung und eine tiefgreifende Reform der internationalen Finanz- und Wirtschaftsordnung nötig.

Querschnittsaufgaben, | 4.06.2026

Absturz eines Superstars

Die Niederlage im Rennen um den UN-Sicherheitsrat ist mehr als eine Blamage. Sie offenbart Deutschlands schwindende Glaubwürdigkeit.

Es ist der Absturz eines diplomatischen Superstars. Die deutsche Niederlage bei der Wahl zum Weltsicherheitsrat ist die Quittung für eine zuletzt desaströse Außenpolitik, die weder den Werten noch den Interessen der Bundesrepublik gerecht wurde. Dass der zweitgrößte UN-Beitragszahler gegenüber Portugal und Österreich so abgestraft wird, zeigt einen globalen Vertrauensverlust, der bisher in der Deutlichkeit im politischen Berlin noch nicht angekommen war.

Schulden, | 3.06.2026

Quo vadis, Ukraine? Wie private Gläubiger künftige Umschuldungen erschweren

Während öffentlich vor allem über ein Ende des Krieges diskutiert wird, gerät ein entscheidender Faktor aus dem Blick: Die Zukunft der Ukraine wird auch über ihre Entschuldung entschieden. Dabei spielen private Gläubiger eine zentrale Rolle. Zwar wurden 2024 und 2025 Umschuldungen vereinbart. Die Schuldenerlasse blieben jedoch deutlich hinter dem zurück, was die Ukraine für eine nachhaltige Entlastung benötigt hätte. Noch problematischer ist jedoch: Im Falle einer erneuten Umschuldung würden ihre Forderungen über Nacht massiv ansteigen.

Schulden, | 3.06.2026

Senat von New York verabschiedet Gesetzentwurf zur Entschuldung und gegen „Champerty“- und „Vulture“-Fonds

Der Senat des Staates New York hat am 2. Juni ein Gesetz zur Entschuldung verabschiedet, das Schuldenerleichterungen vorsieht und räuberische Hedgefonds daran hindert, krisengeschüttelte Länder auszubeuten. Der „Champerty Fix Act“ wird nun an die State Assembly weitergeleitet. Da genügend Stimmen für die Verabschiedung des Gesetzentwurfs vorliegen, kann der Sprecher der Staatsversammlung, Heastie, das Entschuldungsgesetz noch vor Ende der Sitzungsperiode zur Abstimmung bringen.

Systemische Fragen, | 3.06.2026

Analyse: Too Big To (Stable)Coin

Warum Big-Tech-Stablecoins Europas monetäre Souveränität gefährden

Big Tech wie Amazon oder Meta wollen mit eigenen Stablecoins weiter in den Finanzektor eindringen. Eine neue Analyse von Finanzwende Recherche zeigt: Mit solchen Big-Tech-Stablecoins riskieren wir den fairen Wettbewerb, die Finanzstabilität und die monetäre Souveränität Europas. Aber die Analyse von Finanzwende Recherche zeigt auch: Die EU kann dagegen vorgehen. Mit einem Verbot von Big-Tech-Stablecoins und der Einführung des digitalen Euros kann die EU uns vor den Risiken aus privatem Big-Tech-Geld schützen.

90 Prozent-Finanzierungslücke muss Thema der Bonner Klima-Gespräche werden

Reiche Länder verfehlen laut OECD-Zahlen absehbaren Finanzbedarf für Anpassung

Vor Beginn der Bonner Klimagespräche zeigen neue OECD-Zahlen, dass die Geberländer 2024 nur rund 32 Milliarden US-Dollar zur Anpassung an den Klimawandel in einkommensschwachen Ländern bereitgestellt haben – der Bedarf wird bis 2035 jedoch auf jährlich bis zu 365 Milliarden US-Dollar ansteigen. Diese Finanzierungslücke muss Thema der anstehenden Bonner Klima-Gespräche werden.

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