Gesundheit vor Schuldendienst
Die globale Corona- und Schuldenkrise
Im April 2020 ist geschehen, was seit 15 Jahren trotz zivilgesellschaftlichen Drucks nicht möglich war: Die Mächtigen dieser Welt haben sich innerhalb weniger Wochen auf schuldenerleichternde Maßnahmen für eine ganze Gruppe von Ländern geeinigt. Das soll diese dabei unterstützen, die Folgen der COVID-19-Pandemie zu bekämpfen. Dazu zählt zum einen das Angebot der G20 an 73 ärmere Länder, ihren Schuldendienst an die G20-Mitglieder bis Ende 2020 aussetzen zu können, zum anderen ein Erlass des Schuldendienstes an den Internationalen Währungsfonds (IWF) für die 25 ärmsten Länder. Allerdings steckt der Teufel dabei im Detail.
Nachhaltiger Aufschwung mit „TLTROs“
Ein neuer Bericht von Positive Money Europe und dem Sustainable Finance Lab erklärt, wie die Europäische Zentralbank Anreize für private Banken schaffen kann, mehr Geld für grüne Investitionen zu verleihen. Durch eine Anpassung ihres Programms für gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations, TLTROs) könnte die EZB grüne Kredite für kleine Unternehmen und Haushalte wesentlich erschwinglicher machen.
Zukunftsfähig Wirtschaften
Ein Unternehmensguide zum Engagement für Wald und Klima
Die Möglichkeiten, Wald- und Klimaschutz erfolgreich in das Unternehmensmanagement zu integrieren, sind vielfältig. Doch worauf sollten Unternehmen achten? Welche Risiken können vermieden werden? Mit einer gemeinsamen Veröffentlichung bieten die Naturschutzorganisationen OroVerde – Die Tropenwaldstiftung und Global Nature Fund Orientierungshilfen im Dschungel der verschiedenen Wald- und Klimaschutzmaßnahmen.
Menschenrechte sind Investorenpflichten
Vorschlag für eine soziale Taxonomie des nachhaltigen Investierens
Im Juni 2020 hat das EU-Parlament die EU-Taxonomie für „Sustainable Finance“ verabschiedet. Alle in der EU angebotenen nachhaltigen Investmentfonds werden zukünftig berichten müssen, wie sehr sie mit dieser Klassifikation für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten übereinstimmen. Während sich der Entwurf ausführlich mit ökologischer Nachhaltigkeit befasst, wurden soziale Themen nur unzureichend berücksichtigt. SÜDWIND hat ausgehend von dieser Lücke daher eine „Soziale Taxonomie“ für nachhaltige Investition entwickelt. Denn: Gerade in Zeiten der Corona Pandemie wird erneut deutlich, dass Kapital dort investiert werden muss, wo es nicht nur ökologisch, sondern auch sozial sinnvoll ist. Orientierung bei der Verortung sozialer Nachhaltigkeit geben sowohl die Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN (SDG) als auch die UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
Geld für Kohlenstoff?
Klimaschutz als neues Geschäftsmodell in der Forstwirtschaft
In der deutschen Waldpolitik macht eine neue Idee die Runde: WaldeigentümerInnen möchten gerne, dass man ihnen für die Arbeit, die Waldbäume leisten, 220 Euro pro Hektar bezahlt. Bei 11,4 Millionen Hektar Waldfläche müsste die Gesellschaft also etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr aufwenden. Doch wofür eigentlich?
Follow the Plastic Money!
Wer profitiert von der Verschmutzung der Meere?
Müll in den Meeren, Überfischung, Verlust von Biodiversität, Versauerung – das sind Bedrohungen, denen unsere Meere und Ozeane seit Jahrzehnten in steigender Intensität ausgesetzt sind. Wir haben keine Erkenntnislücke in Bezug auf die Probleme. Auch sind diese im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Ziele und Pläne für alle Ebenen und Themen existieren weitestgehend. So gut wie alle sind mit konkreten Maßnahmen, teilweise sogar rechtsverbindlichen Instrumenten ausgerüstet. Und doch geht die Zerstörung der Meere weiter. Warum eigentlich?
Financing for Sustainable Development Report 2020
Die weltweite wirtschaftliche Rezession und die finanziellen Turbulenzen aufgrund von COVID-19 beeinträchtigen die Umsetzung der Aktionsagenda von Addis Abeba und die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Schon vor der Pandemie stellte der Bericht der Inter-agency Task Force on Financing for Development (IATF) für das Jahr 2020 fest, dass es in vielen Bereichen Rückschritte gab. Infolge der COVID-19-Krise haben die globalen Finanzmärkte schwere Verluste und starke Volatilität erlebt. Besonders besorgniserregend ist die Aussicht auf eine neue Schuldenkrise. Die FSDR hebt sowohl unmittelbare als auch längerfristige Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Krise hervor.
Nachhaltige Finanzen für eine nachhaltige Entwicklung
Wie Geldanlagen entwicklungspolitisch wirksam werden
Sogenannte nachhaltige Geldanlagen stellen ein stark wachsendes Segment auf dem Finanzmarkt dar. Nachhaltige Investmentfonds erfreuen sich gerade unter dem Eindruck der Finanzkrise einer zunehmenden Nachfrage institutioneller und privater Anleger. Gegenwartig sind im deutschsprachigen Raum fast 400 nachhaltige Publikumsfonds zum Vertrieb zugelassen – mit einem Anlagevolumen von rund 40 Milliarden Euro. Tendenz steigend.
Die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung in Zeiten von COVID-19 und danach
GPF-Briefing zur aktuellen Debatte in den Vereinten Nationen
Die globale COVID-19-Pandemie stellt die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung vor große Herausforderungen. Reiche Länder steuern mit gewaltigen über Verschuldung finanzierten Konjunkturpaketen gegen, ihre Zentralbanken helfen mit billigem Geld nach. Damit federn sie die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise zumindest ab. Den Ländern des globalen Südens fehlen solche Politikoptionen. Die UN hat bereits zu Beginn der Krise berechnet, dass diese Länder zusätzliche externe Finanzmittel in Höhe von 2,5 Billionen US-Dollar brauchen, wenn eine Entwicklungskrise verhindert werden soll, die jegliche Hoffnung auf die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zunichtemachen würde. Mit konventionellen Methoden ist diese Summe nicht aufzubringen.
WeiterlesenDie Weltwirtschaft in Gefahr einer neuen Finanzkrise
Angesichts der enormen Risiken globaler finanzieller Instabilität und der negativen Auswirkungen einer finanzialisierten Wirtschaft, die bereits in vielen Regionen der Welt zu spüren sind, haben Brot für die Welt, das Zentrum für die Erforschung multinationaler Unternehmen (SOMO) und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED) vom 20. bis 23. März 2019 Fachleute und Aktivisten aus dem Bereich der Finanzpolitik zu einem Treffen eingeladen. Die Dokumentation der Veranstaltung erschien im Januar 2020.