Senkung der Kapitalkosten: Vier globale Perspektiven dazu, was IWF und Weltbank tun sollten
Was sollten IWF und Weltbank tun, um die Kosten der Entwicklungsfinanzierung zu senken? Im Vorfeld ihrer Jahrestagung 2026 in Bangkok bündeln sechs Autor:innen Perspektiven aus Afrika, Lateinamerika, Indien und Europa und stellen Vorschläge vor, wie sich Finanzierungen erschwinglicher gestalten lassen, wie man nicht tragbare Schulden angehen kann und wie der Übergang zu sauberer Energie unterstützt werden kann.
Wie geht es weiter mit der „Borrowers’ Platform”?
Die im April 2026 lancierete „Borrowers’ Platform“ bietet einen neuen Rahmen, um die Art und Weise zu verändern, wie Entwicklungsländer ihre Schuldenprobleme bewältigen. Durch gemeinsames Handeln – mit Unterstützung der UNCTAD als Sekretariat – sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Schuldenprobleme zu lösen. Von entscheidender Bedeutung sind Schuldenneuverhandlungen und der Zugang zu konzessionären Finanzierungen. Ein Schuldenerlass ist für mehrere Länder, die unter einer hohen Schuldenlast leiden, dringend erforderlich, da sich diese in den kommenden Jahren auf ihre Liquidität auswirken wird. Anstelle eines langwierigen, fallbezogenen Verfahrens würde ein Schuldenerlass eine sofortige Entlastung ermöglichen. Die Schuldenrisiken gehen jedoch über kurzfristige Liquiditätsprobleme hinaus, insbesondere nach Jahren systemischer Krisen. Langfristig ist ein Umschuldungsprozess durch einen unabhängigen, zeitnahen, transparenten und umfassenden Mechanismus entscheidend für eine effiziente Schuldenbewältigung.
Schuldenfinanzierte Entwicklung in Afrika: Eine Torheit, die echten Fortschritt behindert
Afrikanische Länder müssen einen Paradigmenwechsel vollziehen, weg von schuldenfinanzierten Mega-Infrastrukturprojekten hin zu Investitionen in soziale Sektoren, um eine nachhaltige, faire und weniger schuldenabhängige Wachstumsstrategie zu entwickeln.
Die Schuldenkrise in Äthiopien: Was nun?
Äthiopien hat nach der COVID-19-Pandemie und einem verheerenden Konflikt in der nördlichen Region Tigray mit wirtschaftlichem Druck zu kämpfen, der zu einem immensen Inflationsdruck, Devisenmangel und einer wachsenden Schuldenlast geführt hat. Ein kürzlich von AFRODAD und dem Horn of Economic and Social Policy Institute (HESPI) einberufenes Treffen zur Staatsverschuldung am 18. Juli 2024 hat die düstere Realität der äthiopischen Schuldenkrise deutlich gemacht.
Wird Afrika zum Regelsetzer?
Aus einem aktuellen Bericht der Afrikanischen Wirtschaftskommission (ECA) geht hervor, dass in Afrika 2024 die zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt sein werden und der Kontinent und nach Asien die am zweitschnellsten wachsende Region sein wird. Trotz dieser Prognosen hat der Kontinent nach wie vor mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da eine Reihe von Schocks, darunter die Covid-19-Pandemie, der russisch-ukrainische Krieg und große Klimakatastrophen das Wachstumspotenzial stark eingeschränkt haben.