Vom Wachstumsoptimismus zum verlorenen Entwicklungsjahrzehnt
Die gefährliche Rolle des IWF in der Krise des Globalen Südens
In der Fachinformation 66: “Vom Wachstumsoptimismus zum verlorenen Entwicklungsjahrzehnt – Die gefährliche Rolle des IWF in der Krise des Globalen Südens” untersucht Kristina Rehbein die Rolle zu optimistischer Wachstumprognosen des IWF bei der Analyse von Schuldentragfähigkeit. Zentral in jeder Schuldentragfähigkeitsanalyse sind kurz- und mittelfristige Vorhersagen zur Entwicklung der Schuldensituation im Verhältnis zum Vermögen des Schuldners, Einnahmen zu generieren, dargestellt in Indikatoren wie der Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt oder zu den Exporteinnahmen. Fehlerhafte Vorhersagen können dabei zu falschen Annahmen über das zukünftige Schuldenniveau führen – und dadurch zu fehlgeleiteten politischen Entscheidungen im Hier und Jetzt. Anhand mehrerer historischer Beispiele zeigt die Autorin auf, was das für hochverschuldete Länder bedeutet, und sie gibt Empfehlungen, wie mit realistischeren Prognosen sichergestellt werden kann, dass Länder eine reelle Chance auf Erholung erhalten.
Die Finanzialisierung von Big Tech
Die Entwicklung digitaler Monopole
In diesem Bericht werden die Finanzzahlen untersucht, die hinter den Geschäften von sieben führenden Big-Tech-Unternehmen stehen, von denen fünf ihren Sitz in den USA haben, nämlich Alphabet (Google), Apple, Amazon, Facebook und Microsoft, und zwei in China, nämlich Alibaba und Tencent. SOMO hat diese Unternehmen aufgrund ihrer beispiellosen Größe auf den Finanzmärkten ausgewählt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts lag die Marktkapitalisierung jedes der sieben Unternehmen bei über 500 Milliarden US-Dollar, in einigen Fällen bei über 1 Billion US-Dollar (= 1.000 Milliarden US-Dollar) oder sogar bei fast 2 Billionen US-Dollar. Diese Summen sind nicht nur unerreicht im Vergleich zu Unternehmen aus anderen Sektoren wie Öl und Gas oder Pharmazeutika, sondern tragen auch dazu bei, die sieben Unternehmen – den „infrastrukturellen Kern“ von Big Tech – von kleineren Tech-Unternehmen zu unterscheiden, die sich in der Regel auf ihre Infrastrukturen stützen.
Die COVID-19-Krise, globale finanzielle Instabilität und Transformationen im Finanzsystem
Bericht im Projekt „Transformative Responses to the Crisis“ von Finanzwende und Heinrich-Böll-Stiftung
Der Bericht erörtert die allgemeinen Instabilitäten des derzeitigen globalen Finanzsystems im Allgemeinen und die Leistung des Systems in Reaktion auf die COVID-19-Pandemie im Besonderen. Er erklärt, warum die durch den Ausbruch von COVID-19 ausgelöste Finanzkrise kein unvorhersehbarer „Schwarzer-Schwan-Ereignis“ in einem ansonsten stabilen System war, und zeigt, dass Instabilität im Finanzsystem eher die Regel als die Ausnahme ist. Der Bericht stellt fest, dass das Finanzsystem bereits im Krisenmodus war, als die Pandemie ausbrach.
Auswirkungen von Freihandelsabkommen auf das Menschenrecht auf Wasser
Wasser ist ein Menschenrecht. Doch Unternehmen versuchen es als Handelsware zu definieren. Dies schlägt sich in vielen Freihandelsverträgen nieder.
WeiterlesenZukunft gestalten
grüne und nachhaltige Finanzierung in Deutschland 2.020
Wie hat sich das Sustainable Finance Umfeld seit der Gründung des Clusters verändert? In einer neuen Publikation analysiert der Green and Sustainable Finance Cluster die regulatorischen und marktseitigen Entwicklungen der Jahre 2018-2020 und wirft einen Blick in die Zukunft.
Platz zum Laufen?
Kapitalmärkte als Entwicklungsfinanzierung
Eine Studie von Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED) beschreibt, wie Entwicklung immer stärker über nationale und internationale Kapitalmärkte finanziert wird, welche Gefahren das birgt und was deshalb getan werden sollte.
A Rights-Based Economy
Putting people and planet first
In dieser ersten Vision einer auf Rechten basierenden Wirtschaft (RBE) argumentiert das Center for Economic and Social Rights, dass der Hauptzweck einer solchen Vision darin bestünde, die materiellen, sozialen und ökologischen Bedingungen zu gewährleisten, die für alle Menschen notwendig sind, um in Würde auf einem blühenden Planeten zu leben.
WeiterlesenHerbst der Handelspolitik
Europäische Handelspolitik unter der deutschen Ratspräsidentschaft
Wird die deutsche Bundesregierung das Abkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ablehnen? Wird das zyprische Parlament den EU-Kanada-Deal CETA verhindern? Realistisch betrachtet ist davon leider nicht auszugehen – aber handelspolitisch spannend wird der Herbst trotzdem.
Remdesivir für Indien
Es ist Zeit, die Möglichkeiten des Handelsrechts zu nutzen!
Der Zugang zu neuen, wirksamen und bezahlbaren Medikamenten ist von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit. Die Menschen in Ländern des globalen Südens erwarten zu Recht, dass ihre Regierungen die Versorgung mit medizinischen Produkten sicherstellen. Die COVID-19-Pandemie hat die Fehler des internationalen Patentrechts in aller Deutlichkeit offengelegt. Selbst wo das Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights, TRIPS) nationale Spielräume vorsieht, ist die Umsetzung alles andere als stringent. Das indische Patentamt hat drei Patente für das COVID-19-Medikament Remdesivir erteilt, ohne sich an geltende Gesetze und Richtlinien zu halten – nur ein Beispiel für diesen unreflektierten Umgang mit dem Handelsrecht.
Unterbezahlt, unpopulär, weiblich
In der Krise verhärten sich Ungleichheiten
Als im März 2020 die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus begannen, das öffentliche Leben zum Erliegen kam und Gutverdienende ihre Büros an den heimischen Küchentisch verlegten, waren es nicht mehr die Banken, die systemrelevant genannt wurden. Systemrelevant waren auf einmal die Beschäftigten der Gesundheits- und Krankenpflege, der Reinigung, der Post- und Paketzustellung, der Rettungsdienste oder des Lebensmittelhandels.
Die Auswirkungen der Krise treffen nicht alle Menschen gleich stark. Insbesondere traf es Beschäftigte hart, die aufgrund der Schließung von Kitas und Schulen gezwungen waren, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder komplett aufzugeben, um ihre Kinder zu betreuen. Diese Last traf Frauen stärker als Männer und kann auf lange Sicht verheerende Folgen haben.