FfD-Forum 2026: Fortschritt oder Stillstand?
GPF Europe bewertet in diesem Briefing den das Financing for Development-Forum 2026 und fragt, ob daraus tatsächliche Reformen oder nur politische Selbstvergewisserung hervorgehen. Im Mittelpunkt stehen die Umsetzung der Sevilla-Beschlüsse, die Reform der internationalen Finanzarchitektur, der Umgang mit der SDG-Finanzierungslücke sowie die Frage, ob private Finanzierung und Bretton-Woods-Institutionen die versprochenen Ergebnisse liefern. Das Briefing macht deutlich, dass ohne konkrete Schritte bei Schulden, Steuerfragen und öffentlicher Finanzierung eher Stillstand als Fortschritt drohe.
Die Verhandlungen über das UN-Steuerabkommen: Ein Leitfaden für die Zivilgesellschaft
Von 2025 bis 2027 finden Verhandlungen über ein UN-Rahmenübereinkommen zur internationalen Zusammenarbeit im Steuerbereich statt, ein neues, rechtsverbindliches globales Steuerabkommen. Dies ist eine historische Chance, ein faires und wirksames internationales Steuersystem für nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Für NGOs hat die Global Alliance for Tax Justice eine „Anleitung“ dafür geschrieben.
CEO-Gehälter explodieren, Reallöhne von Beschäftigten fallen
Zum Tag der Arbeit zeigt eine neue Oxfam-Analyse, wie sich die Einkommensschere seit der Corona-Pandemie weltweit immer weiter auseinanderentwickelt hat: Auf der einen Seite explodieren Spitzengehälter und sind seit 2019 um 54 Prozent gestiegen, auf der anderen Seite sind die Reallöhne von Beschäftigen um zwölf Prozent gesunken. Oxfam fordert eine Besteuerung Superreicher, die Einführung höherer Spitzensteuersätze, um maßlosen CEO-Gehältern entgegenzuwirken, sowie gerechte Löhne.
Eine neue Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert
Indem sie sich nach vielen Jahrzehnten, in denen sie von staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft abgeraten hatte, nun für eine Industriepolitik ausspricht, hat die Weltbank einen wichtigen Schritt getan. Doch es ist noch ein langer Weg, bis sie Erkenntnisse aus der Praxis in bessere politische Empfehlungen umsetzen kann.
Verband Internationale Dienste: BMZ-Kürzungen gefährden internationale Zusammenarbeit
Der Verband Internationale Dienste (vidi) warnt vor den konkreten Folgen weiterer Kürzungen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Einschnitte im laufenden Haushalt beträfen nicht nur einzelne Programme, sondern die Strukturen, durch die internationale Zusammenarbeit ermöglicht wird. Die Auswirkungen seien bereits deutlich spürbar: internationale Kooperationen würden eingeschränkt, gewachsene Partnerschaften gerieten unter Druck und Handlungsspielräume zivilgesellschaftlicher Träger nähmen deutlich ab. Gleichzeitig sieht der Verband einen zunehmenden politischen Widerspruch: Noch vor wenigen Tagen habe Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich der Hannover Messe die Bedeutung globaler Partnerschaften und internationaler Zusammenarbeit als zentrale Zukunftsaufgabe betont. Die aktuellen Haushaltsplanungen stellten jedoch genau jene Strukturen infrage, die diese Partnerschaften konkret tragen und langfristig absichern.
Die wahren Kosten von Verschuldung
Die globale Schuldenkrise verschärft sich weiter und hat verheerende Folgen für die Menschen im Globalen Süden. „The Real Cost of Debt“ ist ein multimediales Storytelling-Projekt, das sich auf die menschlichen Auswirkungen der Schuldenkrise konzentriert. Es deckt die Geschichten hinter den Schuldenzahlen auf – anhand der Berichte und Erfahrungen von direkt betroffenen Menschen in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Nordafrika (MENA) sowie Lateinamerika und der Karibik.
150 NGOs fordern mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Am 29. April stellt der Bundesfinanzminister die Eckwerte des Haushalts 2027 vor. Erneut drohen massive Kürzungen beim Etat für Entwicklungszusammenarbeit. Auch die Mittel für humanitäre Hilfe könnten weiter sinken – trotz der vielen globalen Krisen wurden seit 2022 hier mehr als 70 Prozent gestrichen. Statt Kürzungen brauche es Aufwüchse, fordern die Entwicklungsorganisation ONE und VENRO, der Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen, stellvertretend für über 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Ansonsten könnten mühsam erarbeitete Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit zunichtegemacht werden und Millionen Menschen ihr Leben verlieren.
Schuldenreport 2026
Krieg am Golf verschärft Auslandsschuldenkrise im Globalen Süden
Handels- und geopolitische Spannungen sowie anhaltende und neue Kriege führen in vielen Ländern des Globalen Südens zu einer weiteren Belastung der Staatshaushalte. Besonders in Ländern, die bereits stark durch Zins- und Kreditrückzahlungen an ausländische Gläubiger belastet sind, steigt dadurch das Risiko von öffentlichen Auslandsschuldenkrisen.
WeiterlesenVon der Systemkrise zur Gerechtigkeitskrise in der arabischen Welt
Ziad Abdel Samad vom Arab NGO Network for Development argumentiert in diesem Beitrag, dass die Krise des Multilateralismus nicht nur eine Frage technischer Ineffizienz sei, sondern eine Legitimitäts- und Gerechtigkeitskrise. Er verweist auf Doppelstandards im Umgang mit Konflikten, die wachsende Lücke zwischen globalen Zusagen und realen Ergebnissen sowie auf Schulden, Konflikte und eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Raum als zentrale Bremsen für Entwicklung in der arabischen Region. Abschließend fordert er, Multilateralismus neu auszurichten: mit mehr Rechenschaft, gerechterer Machtverteilung, Reformen der Finanz- und Handelssysteme und stärkerer Einbindung lokaler Perspektiven.
Öffentliche Gewährleistungen gezielt für Transformationsinvestitionen nutzen
Angesichts einer angespannten Haushaltslage und unzureichender Investitionen in den Klimaschutz steht die Bundesregierung vor der Aufgabe, zusätzliche Finanzierung zu mobilisieren. Öffentliche Bürgschaften und Garantien bieten die Möglichkeit, privates Kapital zu aktivieren, ohne den Haushalt unmittelbar zu belasten. Der Bund verfügt über einen Ermächtigungsrahmen von über 1.000 Mrd. € zur Übernahme von Gewährleistungen, der bislang jedoch weniger als zur Hälfte ausgeschöpft ist. Das Instrument bietet großes Potenzial, um Industrietransformation und Energiewende voranzubringen. Voraussetzungen sind eine klare strategische Ausrichtung auf Klima- und Transformationsziele und ver lässliche Rahmenbedingungen.