Querschnittsaufgaben, | 16.03.2026

Afrika in einer multipolaren Welt

Machtverhältnisse in einer sich wandelnden Weltordnung, 2025

Im Jahr 2025 bewegte sich Afrika in einer sich wandelnden multipolaren Welt, die geprägt war vom Rückzug der USA, angespannten Beziehungen zwischen der AU und der EU, dem ersten G20-Gipfel auf dem Kontinent, einem sich verschärfenden Wettbewerb um kritische Rohstoffe und wachsenden Spannungen am Horn von Afrika.

Wirtschaftskooperationen? Auf’s „wie“ kommt es an

Bereits im Herbst letzten Jahres hat das BMZ einen Aktionsplan vorgelegt und darin skizziert, wie die Privatwirtschaft stärker in die entwicklungspolitische Kooperation eingebunden werden soll. Auch im BMZ-Reformplan vom Januar 2026 stehen die Interessen der deutschen Wirtschaft im Fokus. Wie dies im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gelingen kann, muss ausbuchstabiert werden.

Schulden, | 10.03.2026

Hohe Schulden, harte Entscheidungen

Der IWF warnt vor einem „Schuldenabgrund“: Hohe Zinsen und wachsende Ausgabenansprüche erzwingen harte Verteilungskämpfe, besonders zulasten jüngerer Generationen. Gefordert werden transparente, faire Steuer- und Ausgabenreformen, um Vertrauen zurückzugewinnen und fiskalische Spielräume für Klima- und Sozialinvestitionen zu sichern.

Öffentliche Finanzen, | 9.03.2026

Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas

Teure Option für die Versorgungssicherheit

Im Rahmen der Kraftwerksstrategie plant Deutschland den Neubau zahlreicher Erdgaskraftwerke zur Sicherstellung der Stromversorgung. Die vorliegende Kurzstudie analysiert die tatsächlichen Kosten dieser Strategie, indem neben den direkten Stromgestehungskosten auch Preisrisiken beim Erdgas sowie bislang nicht-internalisierte Klimaschadenskosten berücksichtigt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesamtgesellschaftlichen Kosten neuer Gaskraftwerke deutlich höher liegen können als häufig angenommen und stark von zukünftigen Gaspreisen abhängen. Zudem vergleicht die Studie diese Kosten mit alternativen Technologien zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit, etwa Batteriespeichern, Bioenergie oder grünem Wasserstoff, und diskutiert die Implikationen für eine kosteneffiziente und klimakompatible Kraftwerksstrategie.

Private Finanzierung, | 9.03.2026

Sustainable Finance, reflexives Recht und die epistemische Infrastruktur der Finanzmärkte

In den letzten Jahren hat die EU mehrere politische Maßnahmen eingeführt, um die Finanzmärkte besser auf Nachhaltigkeitsziele auszurichten. Bislang zielten diese Maßnahmen vor allem darauf ab, die Erhebung und Weitergabe von Informationen über die Nachhaltigkeitsauswirkungen von Investitionen zu verbessern. Die politischen Entscheidungsträger hoffen, dass Anpassungen an der epistemischen Infrastruktur der Finanzmärkte zu einer Verlagerung der Investitionen führen werden, die sich in einem transformativen Wandel der Realwirtschaft niederschlägt. Die Politik der EU im Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft folgt häufig einem reflexiven Rechtsansatz und beschränkt sich auf die Festlegung verfahrenstechnischer und organisatorischer Normen. Dieser Artikel analysiert das Potenzial und die Grenzen dieses Ansatzes und argumentiert, dass politische Maßnahmen zur nachhaltigen Finanzwirtschaft ausreichend detailliert und verbindlich sein müssen, um das mit reflexiven Rechtsmaßnahmen verbundene Risiko zu vermeiden, Akteuren mit Eigeninteressen, zu viel Ermessensspielraum einzuräumen.

Querschnittsaufgaben, | 8.03.2026

Von Herrenclubs und Finance Bros

Männlichkeitsnormen und ihr Einfluss auf die Finanzwelt

Kaum eine Branche ist so männlich dominiert wie die Finanzbranche. Ob auf dem Posten des Finanzministers, in den Chefetagen der großen Banken und Versicherungen, im Fondsmanagement oder auf der Täterseite der großen Finanzskandale – Frauen sind eine echte Rarität. Das ist kein Zufall, sondern historisch und strukturell gewachsen.

Die Tropical Forest Forever Facility

Brasiliens Initiative und ihre Rolle in der internationalen Waldfinanzierung

Als eines der Schlüsselprojekte der COP30 initiierte die brasilianische Regierung als Gastgeberin die Tropical Forest Forever Facility (TFFF). Es handelt sich dabei um einen Fonds für den Schutz und die Wiederherstellung bestehender Regenwälder, der auf inno­vative Weise multilaterale Zusammenarbeit durch Mischfinanzierung ermöglichen soll.

Handel, | 6.03.2026

EU-Mercosur-Abkommen: Geopolitik ohne Nachhaltigkeit

„Dieses Abkommen sendet ein starkes Signal an die Welt“, erklärte Ursula von der Leyen am 17. Januar feierlich bei der Unterzeichnungszeremonie in Paraguays Hauptstadt Asunción. Doch kaum war die Tinte unter dem EU-Mercosur-Vertrag getrocknet, überwies das Europäische Parlament ihn am 21. Januar per Resolution zur rechtlichen Prüfung an den Europäischen Gerichts. Sofort hagelte es Kritik dafür, „dass rechte Bauernlobby und Anti-Europäer mit zehn Stimmen Mehrheit einen Schritt zu mehr Souveränität der EU blockieren konnten“. Doch so schroff die Tonlage, so undifferenziert sind die Vorwürfe in der Sache.

Öffentliche Finanzen, | 5.03.2026

Veröffentlichungsreihe: Internationales Recht im Rahmen der UN-Steuerkonvention

Von 2025 bis 2027 werden die UN-Mitgliedstaaten zwischenstaatliche Verhandlungen über ein Rahmenübereinkommen zur internationalen Zusammenarbeit im Steuerbereich führen. Dieser Prozess könnte einen neuen multilateralen Raum für die Festlegung von Normen schaffen, um strukturelle Asymmetrien in der globalen Steuerpolitik zu beseitigen und die fiskalischen Kapazitäten aller Staaten zu stärken, damit sie ihre Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte und der nachhaltigen Entwicklung erfüllen können.

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Handel, | 4.03.2026

Zollbruchstellen im System

Für eine gerechte, inklusive und nachhaltige globale Handelspolitik über die WTO hinaus

Die aktuelle Handelspolitik zeigt den Verfall der „regelbasierten“ Ordnung: Seit Trumps zweiter Amtszeit werden WTO-Prinzipien wie Meistbegünstigung missachtet, der Streitschlichtungsmechanismus blockiert – mit wachsendem Reformdruck zur 14. WTO-Ministerkonferenz in Yaoundé.​ Aber: Bereits vor dieser Eskalation war das System weder gerecht noch inklusiv, vor allem für Länder des Globalen Südens. Kritik entzündete sich an ungerechten Agrarsubventionen der Industrieländer, TRIPS-bedingten Monopolen auf Saatgut und Medikamente, digitaler Liberalisierung, einseitigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen wie EUDR und CBAM sowie Investor-Staat-Schiedsverfahren.​ Reformen, die nur den Status Quo Ante Trump wiederherstellen wollen, sind entsprechend zum Scheitern verurteilt.

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