Handel, Systemische Fragen, | 6.02.2026

Der finanzielle Golfstrom nähert sich einem Kipppunkt

Jahrzehntelang beruhte die Weltwirtschaft auf einer Finanzvereinbarung, die es den Vereinigten Staaten ermöglichte, günstig Kredite aufzunehmen und einen Großteil der weltweiten Produktionsüberschüsse aufzunehmen. Doch dieses System beginnt angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen und wachsender Zweifel an der Stabilität der US-Politik zu bröckeln.

Handel, | 6.02.2026

Außenhandelsbilanz bleibt unausgeglichen

Im Dezember 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 4,0 % und die Importe um 1,4 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 nahmen die Exporte um 2,7 % und die Importe um 5,6 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt. Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr kalender- und saisonbereinigt um 1,0 % und die Importe um 4,4 %. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2025 mit einem Exportüberschuss von 200,4 Milliarden Euro ab (unbereinigt).

Querschnittsaufgaben, | 5.02.2026

Deutsche Außenpolitik und das Leitbild der »regelbasierten internationalen Ordnung«

Herausforderungen durch China, Russland und die USA

Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als Verteidigerin des Völkerrechts und bekennt sich zu einer »regelbasierten internationalen Ordnung« (rules-based international order). Dabei handelt es sich um ein politisches Konzept mit unscharfen Konturen, das neben völkerrecht­lichen Normen auch rechtlich unverbindliche Regeln, Praktiken und Standards als Elemente der internationalen Ordnung einschließt. China und Russland stellen die regelbasierte Ordnung als ein westliches Konstrukt dar, das darauf abziele, Völkerrecht durch selbstgeschaffene und nicht allgemein legitimierte Regeln zu ersetzen. Auf die USA als einstigen Verfechter der rules-based order können sich Deutschland und Europa nicht mehr verlassen.

Rückkehr der Machtpolitik

Sozialdemokratische Außenpolitik dürfe sich nicht auf militärische Stärke verengen. Macht entstehe auch durch Regeln, Institutionen und Kooperation. Das schreibt Rolf Mützenich im IPG-Journal.

Öffentliche Finanzen, | 5.02.2026

Ausgestaltung einer Klimaprämie in Deutschland

Möglichkeiten und Wirkungen einer Staffelung nach Einkommen oder Regionen

Die Studie entwickelt konkrete Ausgestaltungsoptionen für eine sozial und regional gestaffelte Klimaprämie in Deutschland. Ziel der Klimaprämie ist es, die Belastung aufgrund steigender CO2-Preise abzufedern und vor allem einkommensschwache Haushalte zu entlasten, die im Durchschnitt einen größeren Anteil ihres Einkommens für Energie aufwenden müssen. Entsprechend wirkt die CO2-Bepreisung im Gebäude- und Verkehrsbereich regressiv. Die Studie untersucht die Umsetzbarkeit, den administrativen Aufwand sowie die Verteilungseffekte verschiedener Modelle.

Global Gateway: Förderung europäischen Kapitals auf Kosten der Menschen und des Planeten

Die Analyse kritisiert die Global-Gateway-Initiative der EU als Instrument, das vor allem europäischen Konzerninteressen und geopolitischen Zielen dient, während die sozialen und ökologischen Kosten in Partnerländern ausgeblendet werden. Sie zeigt, wie Großprojekte unter dem Label „nachhaltige Konnektivität“ Schuldenrisiken, Ausbeutung von Rohstoffen und Menschenrechtsverletzungen verschärfen und bestehende Ungleichheiten im globalen Süden vertiefen.

Systemische Fragen, | 5.02.2026

Big Tech im KI-Kaufrausch

Im Jahr 2025 festigte Big Tech seinen Einfluss auf die Zukunft der digitalen Wirtschaft. Eine Auswertung des Big Tech M&A Trackers von SOMO zeigt, dass das Jahr von einer aggressiven Expansion von Fusionen und Übernahmen geprägt war, deren Kernstück die künstliche Intelligenz (KI) bildete. Große Technologieunternehmen übernahmen mindestens 25 Unternehmen – oder deren strategische Vermögenswerte – aus verschiedenen Branchen, darunter Fintech, Quantencomputing, Augmented Reality und Cybersicherheit.

Handel, | 5.02.2026

Tanzkleid statt Zwangsjacke

Die bestehende Welthandelsordnung scheitert an sozialen, ökologischen und geopolitischen Krisen. Es braucht ein neues pragmatisches Paradigma, dass die Handelspolitik in den Dienst von Frieden, Menschenrechten und nachhaltiger Entwicklung stellt. Ein Beitrag von Christian Felber, Brigitta Herrmann und Jürgen Knirsch.

Trumps Farce in Davos

Durch die Gründung der WTO außerhalb der UN, die Invasion des Irak gegen den Beschluss des Sicherheitsrats und die schrittweise Übertragung der Kontrolle über die Volkswirtschaften des Südens an die Weltbank und den IWF (wo die USA ein Vetorecht haben) haben die „Mittelmächte“, angefangen bei den G7-Mitgliedern (Frankreich, Kanada, Japan, Vereinigtes Königreich, Italien, Deutschland zusätzlich zu den USA), die „regelbasierte internationale Ordnung“ mitgeschaffen und davon profitiert, die sie nun als „Fiktion“ brandmarken.

Handel, | 3.02.2026

Mit mehr Exporten gegen Trump und Putin?

Neoliberale Abkommen wie Mercosur und BTIA sind kurz- statt weitsichtig Es ist allerhöchste Zeit, den Mut für einen neuen Weg zwischen Neoliberalismus und Protektionismus zu finden.

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