Die reichen Länder kürzen Entwicklungshilfe – ein kurzsichtiger Schritt mit langfristigen globalen Folgen

Die reichen Länder müssen begreifen, dass die Kürzung der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) und die Bereitstellung von Hilfe minderer Qualität keine Sparmaßnahme darstellen. Auch wird dies nicht dazu beitragen, die Effizienz eines ohnehin schon eingeschränkten Hilfssystems zu steigern. Stattdessen gefährdet es globale Vorsorge, menschliche Sicherheit und die Glaubwürdigkeit der reichen Länder als Partner auf der globalen Bühne. Entwicklungszusammenarbeit muss mit den Grundsätzen der Effizienz der Zusammenarbeit in Einklang gebracht werden. Insbesondere muss sie inklusiv und lokal gesteuert sein, um lokalen Entwicklungsprioritäten zu dienen.

Schulden, | 14.04.2026

Der Irankrieg verschärft die Schuldenkrise im Globalen Süden

Die Auswirkungen des Iran-Kriegs treffen den Globalen Süden mit voller Wucht. Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank muss ihre Situation in den Mittelpunkt rücken. Ein FR-Gastbeitrag von Benjamin Rosenthal (Misereor).

Systemische Fragen, | 14.04.2026

Neue Studie warnt vor Machtkonzentration in Agrar-Lieferketten

Eine neue Studie von Rebalance Now und Misereor zeigt: Wenige Konzerne kontrollieren zunehmend die Agrar-Lieferketten. Das treibt Preise hoch, benachteiligt kleinere Betriebe in Europa und weltweit und begünstigt unfaire Handelspraktiken. Deshalb fordern die Herausgeber der Studie kartellrechtliche Reformen: Große Fusionen von Unternehmen müssen strenger geprüft und Regeln gegen unfaire Handelspraktiken aktualisiert und konsequent umgesetzt werden. Die Kartellbehörden müssen eine weitere Vermachtung der Lieferketten verhindern, gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten.

Kürzungen in der EZ: Kurzsichtige Entscheidung mit langfristigen globalen Folgen

Eurodad und die DAC-CSO Reference Group verurteilen in dieser Erklärung den historischen Einbruch der ODA um 23,1% auf 174,3 Mrd. USD im Jahr 2025 – den größten seit Bestehen. Ursachen sind Kürzungen in USA, Deutschland, Frankreich, UK und Japan, mit weiterem Rückgang um 5,8% prognostiziert. Die Folgen: Bedrohung von Armutsbekämpfung, humanitärer Hilfe und globaler Partnerschaft; nur 0,26% des GNI werden erreicht, bei nur vier Ländern das 0,7%-Ziel.

Schulden, | 14.04.2026

Steigende Kreditkosten für Entwicklungsländer

ONE veröffentlicht diese Analyse zu den explodierenden Kreditkosten für Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika. Seit 2020 sind die Kosten um 91% gestiegen: Länder zahlten 2024 durchschnittlich 5,1% Zinsen (von 2,7%). Länder wie Kenia, Senegal und Ghana erreichen 8,2%, viele sind komplett ausgeschlossen. Die Studie fordert Reformen der Rating-Agenturen und mehr günstige Finanzierung durch MDBs.

Systemische Fragen, | 14.04.2026

Der Hunger als fest verankertes Phänomen

Die Bretton-Woods-Institutionen und die Finanzialisierung der Ernährungssysteme

Der neue Bericht von BWP untersucht, wie die Politik des IWF und der Weltbank dazu beigetragen hat, die globalen Ernährungssysteme so umzugestalten, dass Finanzspekulationen Vorrang vor Ernährungssicherheit haben. Er kommt zu dem Schluss, dass die Finanzialisierung der Agrarrohstoffmärkte keine neutrale Marktentwicklung ist, sondern ein struktureller Wandel, der die Schwankungen der Lebensmittelpreise verstärkt und die weltweite Ernährungsunsicherheit verschärft hat.

Schulden, Verzögerungen, Abhängigkeiten

Warum öffentliche Banken Kernenergie nicht fördern sollten

Die Welt braucht keine neue Kernenergie. Dennoch steuern Institutionen wie die Weltbank, die ADB und andere Entwicklungsbanken hartnäckig auf eine wirtschaftliche Katastrophe zu, die giftige Abfälle verursacht und die Klimakrise verschärft, indem sie knappe Ressourcen von Technologien abziehen, die sich längst als kostengünstiger, schneller, sauberer und effektiver erwiesen haben. Es gibt viele stichhaltige Argumente gegen diese Verschwendung von Steuergeldern. Dieser Bericht dient als Zusammenstellung wissenschaftlich fundierter Thesen gegen die Renaissance der Kernenergie. In fünf thematischen Artikeln liefern vier renommierte Wissenschaftler und ein Experte für russische Nuklearpolitik wichtige Fakten und Zahlen zu diesem Thema.

Systemische Fragen, | 13.04.2026

Die Weltbank in Zeiten des Umbruchs

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran, geopolitischer Wettstreit und vielschichtige Wirtschaftskrisen prägen die Schlagzeilen vor der Frühjahrstagung von Weltbank und IWF. Ein neues WEED-Briefing schaut hinter die aktuellen Schlagzeilen und Krisen auf eine Weltbank im Umbruch: Was ist aus dem Reformversprechen bei der Weltbank geworden? Welche strukturellen Verschiebungen laufen still im Hintergrund weiter? Und welche Debatten sollten eigentlich im Vordergrund stehen? Das Briefing liefert eine kritische Bestandsaufnahme laufender Debatten und Entwicklungen vor der Frühjahrestagung, für alle die sich einen Überblick verschaffen wollen.

Jenseits der Unterordnung: Effektive Koordination zwischen Fiskal- und Geldpolitik

Latindadd veröffentlicht diesen Bericht, der die traditionelle Unterordnung der Fiskal- unter die Geldpolitik in Lateinamerika hinterfragt. Er analysiert historische Modelle, aktuelle Herausforderungen wie Inflation und Schulden sowie Vorteile einer symmetrischen Koordination. Der Text empfiehlt institutionelle Reformen für bessere Policy-Mix, um Wachstum, Stabilität und soziale Ziele zu erreichen, mit Fallstudien aus der Region.

Neuer EP-Bericht zu „Global Gateway“ greift zentrale Anliegen der Zivilgesellschaft auf

Ende März verabschiedete das Europäische Parlament einen Bericht mit dem Titel „Global Gateway – bisherige Auswirkungen und künftige Ausrichtung“. Dies ist der erste Bericht des Parlaments über die Vorzeige-Investitionsstrategie der EU zur Unterstützung der geostrategischen Ambitionen der Union. Der Bericht enthält klare Forderungen als Leitlinien für das Handeln der EU und ist angesichts der laufenden Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt (2028–2034) ein zeitgemäßer Beitrag, insbesondere im Hinblick auf das Instrument „Global Europe“ und den Einsatz öffentlicher Mittel zur Förderung von Investitionen des Privatsektors im Globalen Süden.

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