Kriegswirtschaft treibt Haushaltsentscheidungen
Eurodad präsentiert in diesen Infografiken vorläufige OECD-Daten zur ODA 2025: Historischer Einbruch um 23,1% auf 174,3 Mrd. USD (0,26% GNI), tiefster Wert seit 20 Jahren. Nur vier Länder (Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden) erreichen 0,7%-Ziel; Ukraine erhielt 26% aller ODA (44,9 Mrd. USD). EU-Kürzungen um 10%, Institutionen um 13,8%; Flüchtlingskosten 13% der ODA. Prognose: Weitere Rückgänge um 5,8%.
Fiskalische Nachhaltigkeit in der Klimakrise
Finance Watch beleuchtet in diesem Positionspapier die fiskalischen Risiken des Klimawandels für öffentliche Haushalte. Klimakatastrophen erhöhen Ausgaben für Wiederaufbau und Sozialleistungen, während Einnahmen durch Wachstumsrückgänge sinken. Der Text fordert, Klimarisiken in Fiskalplanung und Schuldentragfähigkeitsanalysen zu integrieren, grüne Investitionen zu priorisieren und fossile Subventionen abzubauen, um Resilienz zu stärken.
Catalyzing Africa’s Renewable Energy Transformation
Theory of Change für Afrikas Energiewende
Brot für die Welt und Germanwatch präsentieren eine Theory of Change (ToC) für Afrikas Transformation zu erneuerbaren Energien. Trotz 60% der weltbesten Solarressourcen verfügt Afrika nur über 56 GW erneuerbare Kapazität (hauptsächlich Wasserkraft) und deckt 20% des Energiebedarfs – bei massiver Armut an Strom und sauberem Kochen. Die ToC bietet einen systemischen Rahmen für Dekarbonisierung, wirtschaftliche Chancen und Inklusion, als Leitfaden für Kooperation und Fortschritt.
Edeka und Rewe wollen Tegut-Filialen übernehmen – die Folgen wären drastisch
Ulrich Müller argumentiert in diesem Gastbeitrag, dass das Bundeskartellamt die Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka und Rewe verhindern sollte. Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel würde Preise für Verbraucher erhöhen und Druck auf Lieferanten verstärken. Er warnt vor weniger Wettbewerb, Jobverlusten und regionaler Versorgungsgefahr, da Tegut als Bio- und Regionalpionier eine Alternative zu den Marktführern bot
Santa Marta muss sich der fossilen Profitmaschinerie stellen
Dieser Blogbeitrag analysiert einen Widerspruch im Vorfeld der Konferenz von Santa Marta. Die Stadt wollte sich von fossilen Brennstoffen lösen, doch die Weltwirtschaft ist nach wie vor so strukturiert, dass sie deren Dominanz nicht nur aufrechterhält, sondern sie immer wieder belohnt – insbesondere in Krisenzeiten.
Wie Deutschland seinen Pflegenotstand zum Problem anderer Länder macht
Brot für die Welt veröffentlicht mit dieser Analyse eine Untersuchung zu den Folgen bilateraler Abwerbeabkommen für Gesundheitsfachkräfte aus Brasilien und Kolumbien nach Deutschland. Die Autoren beleuchten den Fachkräftemangel in den Herkunftsländern, wo deutlich weniger Ärztinnen und Pflegekräfte pro Einwohnerin verfügbar sind als in Deutschland, und warnen vor Risiken für lokale Gesundheitssysteme, insbesondere in ländlichen Regionen. Sie fordern ethische Standards, wie die Beteiligung lokaler Akteure, Kompensation von Ausbildungskosten und „Do-no-harm“-Maßnahmen, um Abwerbeketten zu unterbinden
Europäische Zivilgesellschaft fordert Abschaffung von ISDS
Europäische Netzwerke für faire Handelspolitik veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung, die den sofortigen Ausstieg aus Investor-State Dispute Settlement (ISDS)-Abkommen in EU-Handels- und Investitionspolitik fordert. Die Unterzeichner kritisieren ISDS als Bedrohung für Klimaschutz, Menschenrechte und Demokratie, da es Staaten vor Klagen durch Investoren schützt und fossile Projekte begünstigt. Sie fordern stattdessen multilaterale Reformen und faire Investitionsstandards ohne private Schiedsgerichte.
Europäische ISDS Scorecard
Ranking der schädlichen Effekte von Investitionsschutzabkommen
PowerShift e.V. veröffentlicht gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen die „European ISDS Scorecard“, eine erste vergleichende Analyse der Investitionsschutzpolitik von 30 europäischen Ländern. Die interaktive Scorecard bewertet Staaten anhand von zehn Indikatoren wie Anzahl der Abkommen, Klagen durch Investoren und Klimarisiken. Ergebnis: Europa treibt 55% aller ISDS-Klagen weltweit; Deutschland rangiert auf Platz 3 der problematischsten Politiken, mit großen fossilen Risiken und langen Sunset-Klauseln.
Spring Meetings 2026 Wrap-up
America First verschärft globale Instabilität durch Krieg gegen Iran
Das Bretton Woods Project fasst in diesem Wrap-up die Frühjahrsversammlungen von IWF und Weltbank zusammen, die vom 13. bis 18. April in Washington stattfanden. Der Artikel kritisiert die unzureichende Reaktion der Institutionen auf die neueste Wirtschaftskrise durch US- und israelischen Krieg gegen Iran, der globale Energie- und Nahrungsmittelpreisschocks verursacht. Hervorgehoben werden fehlerhafte Governance-Strukturen, US-Einfluss auf Klimapolitik, Austeritätsbias des IWF und unkoordinierte Reformen der Weltbank, die Multilateralismus weiter schwächen.
Warum eine UN-Schuldenkonvention für Klimagerechtigkeit entscheidend ist
In den Ländern des Globalen Südens haben die Schuldenzahlungen an ausländische Gläubiger den höchsten Stand seit 30 Jahren erreicht, wobei sich rund 130 Länder in einer Schuldenkrise befinden oder kurz davor stehen. Angesichts anhaltender globaler geopolitischer und wirtschaftlicher Erschütterungen – darunter der Krieg der USA und Israels gegen den Iran – dürfte sich die Lage weiter verschärfen. Dies schränkt die Fähigkeit der Länder erheblich ein, auf den Klimanotstand zu reagieren und auf erneuerbare Energien umzustellen.