Bretton Woods Observer Sommer 2025
In der Sommerausgabe 2025 des Bretton Woods Observer stehen die Herausforderungen und Chancen im globalen Finanzsystem im Mittelpunkt, während die Bretton Woods-Institutionen ihr 80-jähriges Bestehen feiern. Diese Ausgabe beleuchtet die dringenden Themen, die die internationale Zusammenarbeit prägen, darunter Klimafinanzen, Schuldenkrisen und die Notwendigkeit von Reformen in den Governance-Strukturen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Expertenanalysen und Fallstudien bieten Einblicke in die Strategien, die erforderlich sind, um den aktuellen globalen Herausforderungen zu begegnen und eine gerechtere, nachhaltigere Zukunft zu gestalten.
Von Milliarden ins Nichts: Ajay Bangas Entwicklungs-Fata Morgana
Banga präsentiert einen „neuen“ Entwicklungsansatz unter Federführung des Privatsektors, der jedoch lediglich das diskreditierte „Milliarden-zu-Billionen“-Modell recycelt. Zivilgesellschaftliche Gruppen erkennen keinen Unterschied zu früheren gescheiterten Bemühungen und warnen davor, dass dieser Ansatz weiterhin Investorenrenditen über das Gemeinwohl stellt.
Das Sevilla Commitment: Was kommt danach?
Die unerledigten Aufgaben der 4. Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung
Vom 30. Juni bis 3. Juli 2025 fand im spanischen Sevilla die 4. Internationale Konferenz über Entwicklungsfinanzierung (FfD4) statt. Offizielles Ergebnis der FfD4-Konferenz ist die „Verpflichtung von Sevilla“ (Compromiso de Sevilla bzw. Sevilla Commitment). Das 42-seitige Dokument soll den globalen Rahmen für die Entwicklungsfinanzierung der kommenden Jahre abstecken. Dieses Briefing beschreibt einige der greifbaren Beschlüsse, die das Sevilla Commitment jenseits diplomatischer Gemeinplätze enthält, und skizziert, welche unerledigten Aufgaben die Staatengemeinschaft in den kommenden Jahren zu bewältigen hat.
Die Glaubwürdigkeit der EU erfordert mutige Klima- und Finanzzusagen
Angesichts der rekordverdächtigen Hitzewellen in Europa und dem erstmaligen vorübergehenden Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle im globalen Durchschnitt sind wirksame Klimaschutzmaßnahmen dringender denn je. Dennoch wurde die jüngste Runde der UN-Klimaverhandlungen in Bonn von einem altbekannten Hindernis überschattet: unzureichende Klimafinanzierung und ein damit einhergehender Vertrauensverlust in den multilateralen Prozess.
Handels-Krieg und ‑Frieden
Drei Szenarien und welche Handlungsmöglichkeiten die EU und die Bundesregierung in den Verhandlungen mit US-Präsident Trump haben
Zwischen den USA und der Europäischen Union (EU) könnte sich ein vollumfassender Handelskrieg entwickeln. Vor drei Monaten erhob US-Präsident Donald Trump am »Liberation Day« hohe Einfuhrzölle gegen fast alle Länder, auch die EU. Dann setzte er sie kurzfristig aus, um mit über 90 betroffenen Handelspartnern zu verhandeln. Anfang Juli, als sie hätten in Kraft treten sollen, hat Trump die Zölle gegen die EU und andere Staaten erneut um einen Monat verschoben. In einem Brief an die EU hat Trump höhere Zölle von 30 Prozent ab 1. August angedroht. Dieses Hin und Her zeigt, dass sich die Mitgliedstaaten auf eine Eskalation des Konflikts vorbereiten müssen – diese könnte weit über die Zölle hinausgehen und sogar die Sicherheit der EU gefährden.
Eurodads Fazit zu FfD4: Die Arbeit ist noch nicht getan
Als die Vierte Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) in Sevilla eröffnet wurde, wusste bereits jeder, wie die Entscheidungen aussehen würden. Die abschließenden Verhandlungen über das Abschlussdokument, das zum Compromiso de Sevilla wurde, fanden in New York hinter verschlossenen Türen statt, noch bevor die Konferenz überhaupt begonnen hatte. Was ein Meilenstein in der globalen Wirtschaftspolitik sein sollte, war stattdessen eine Bestätigung eines verwässerten Konsenses.
FfD4: Bescheidene Ergebnisse spiegeln tiefere Herausforderungen der globalen Finanzreform
Die vierte internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) in Sevilla wurde als Chance angekündigt, die globale Wirtschaftspolitik neu zu gestalten und sie endlich an den Bedürfnissen der Menschen und des Planeten auszurichten. In einer Zeit, in der der Multilateralismus unter erheblichem Druck steht, ist die Möglichkeit, eine kollektive Einigung zu erzielen und die Verpflichtung der Staaten zur Zusammenarbeit zu bekräftigen, von großer Bedeutung, insbesondere nach dem Rückzug der Vereinigten Staaten von den Verhandlungen. Doch dieses Streben nach einem Konsens hatte seinen Preis.
Globale Krisen – Globale Lösungen?
Ungleichheit und Ungerechtigkeit nehmen weltweit zu. Die internationale Staatengemeinschaft ringt unter dem Dach der Vereinten Nationen um Lösungen. Gerade ist die Vierte Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) in Sevilla zu Ende gegangen. Ein Rückblick auf die Ergebnisse und ein Ausblick auf weitere zentrale Prozesse in diesem Jahr.
Nachhaltige Entwicklung und Steuergerechtigkeit
Zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele fehlen jährlich vier Billionen US-Dollar. Gerechtere Steuern für 100 Großkonzerne und wenige Tausend Superreiche könnten zusammen die Hälfte davon aufbringen. Im August 2025 berät die UN erstmals darüber.
Analyse zum Bundeshaushaltsentwurf 2025
Der zweite Entwurf für den Bundeshaushalt 2025 wurde vom Kabinett am 24. Juni beschlossen. Die Mittel für humanitäre Hilfe im Etat des Auswärtigen Amtes sollen um 53 Prozent (!) auf eine Milliarde Euro gekürzt werden (-1,2 Milliarde Euro). Der Etat des Entwicklungsministeriums (BMZ) soll um 8 Prozent auf 10,28 Milliarden Euro sinken (-941 Millionen Euro). Der Bereich der zivilgesellschaftlichen Auslandsarbeit ist im BMZ-Etat mit am stärksten von den Kürzungen betroffen. Dabei ist gerade die zivilgesellschaftliche Arbeit der Partnerorganisationen für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung enorm wichtig.