EU-Indonesien-Abkommen: No Sustainable Trade without Strong Labour Rights
Die Arbeiterkammer Wien und PowerShift haben eine neue Analyse zum geplanten EU-Indonesien-Freihandelsabkommen CEPA veröffentlicht. Die Studie untersucht kritisch das Nachhaltigkeitskapitel des Abkommens und zeigt: Die vorgesehenen Regelungen zu Arbeitsrechten, Klima- und Umweltschutz bleiben bislang zu schwach, zu vage und nur unzureichend durchsetzbar. Zwar verweist das Abkommen auf zentrale Standards der Internationalen Arbeitsorganisation, das Pariser Klimaabkommen und weitere internationale Umweltabkommen. Doch gerade dort, wo es auf wirksame Umsetzung, Kontrolle und Sanktionen ankommt, bestehen erhebliche Lücken.
Entwicklungs- und Hilfsorganisationen warnen vor dramatischen Folgen von Kürzungen
Gemeinsames Dossier veranschaulicht Auswirkungen des massiven Rückgangs von Hilfsgeldern
Ein Bündnis aus rund 20 Entwicklungs- und Hilfsorganisationen macht auf die Folgen der Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe aufmerksam. Anlass ist die Verabschiedung des Kabinettsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027. In einem gemeinsam erstellten Dossier zeigen die Organisationen, wie der weltweite Rückgang von Hilfsgeldern Gesundheitsversorgung verschlechtert, Hunger verschärft – und Millionen Menschenleben gefährdet. Mit einer Protestaktion vor dem Bundeskanzleramt am 6. Juli setzt das Bündnis ein deutliches Zeichen gegen die von der Bundesregierung geplanten drastischen Einschnitte.
So funktioniert die überarbeitete Credit-Return-Methode der Vereinten Nationen: Eine kurze Erklärung
Für die Vereinten Nationen begann 2026 mit einer Liquiditätskrise: Zu den anhaltenden Zahlungsausfällen großer Beitragszahler kamen Finanzvorschriften hinzu, wonach Gutschriften an die Mitgliedstaaten zurückerstattet wurden, selbst wenn die entsprechenden Barmittel nie eingezogen worden waren, was das Defizit, das damit eigentlich ausgeglichen werden sollte, noch weiter vergrößerte. Die Gutschriftsrückerstattungsmethode war ein wesentlicher Teil dieses Problems.
Die wahre Wettbewerbsfalle
Politiker, die sich sowohl in Europa als auch darüber hinaus auf die Wettbewerbsfähigkeit fixieren, müssen alte Dogmen hinter sich lassen. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass in Europa seit zwei Jahrzehnten Kapital reichlich vorhanden und günstig ist und die Unternehmensgewinne hoch sind, während Investitionen, Produktivität und Löhne stagnieren und der Anteil der Arbeit am Gesamteinkommen geschrumpft ist.
„Kapital ist nicht neutral“
Der in Singapur ansässige Fondsmanager Integra Partners investiert in wirkungsorientierte Start-ups in ganz Südostasien. E+Z sprach mit Fondsmanagerin Jennifer Ho über die Verantwortung von Kapitalgebern und darüber, wie Investitionsentscheidungen Gesellschaften prägen. Ho hat zudem einige praktische Tipps für Start-ups, die nach Finanzierung suchen.
Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2026
Das mittlerweile fünfte Jahrbuch Steuergerechtigkeit zeigt: Subventionen für große Erbvermögen, Steuerlücken für internationale Großkonzerne und das Sparprivileg für Superreiche kosten den Staat jedes Jahr geschätzt 50 Milliarden Euro. Anstatt diese Lücken zu schließen hat die Bundesregierung sie im ersten Jahr ihrer Amtszeit um etwa 30 Milliarden Euro vergrößert.
EZB-Sicherheitenpolitik kann Finanzmärkte stärken
Der Sicherheitenrahmen gibt vor, welche Vermögenswerte die Europäische Zentralbank (EZB) als Sicherheit für Refinanzierungsgeschäfte von Banken akzeptiert. Eine Lockerung dieses Rahmens lässt Aktienkurse der Banken steigen und senkt ihr Ausfallrisiko. Änderungen wirken aber asymmetrisch in verschiedenen Euroländern. Eine Finalisierung der Bankenunion könnte dem entgegenwirken.
Wem kommt das zugute? Entwicklungszusammenarbeit zum Wohle des Globalen Südens
In einer Zeit, in der Krieg, Schuldenkrise und Klimawandel die Ungleichheit verschärfen und immer mehr Menschen in die Armut treiben, sieht sich das System, das darauf reagieren soll, einer beispiellosen Bedrohung ausgesetzt. Vorläufige Daten der OECD bestätigen, dass die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) im vergangenen Jahr um 23 Prozent gekürzt wurde – der größte Rückgang innerhalb eines Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der verbleibenden Mittel für innenpolitische und geopolitische Prioritäten umgeleitet wird. Die Auswirkungen dieser Verschiebungen sind tiefgreifend und weitreichend und werden sich nur schwer umkehren lassen, sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen.
Handel darf nicht auf Menschenrechtsverletzungen beruhen
Die Europäische Union (EU) verhandelt derzeit mit den Philippinen über ein Freihandelsabkommen (FTA) und stellt dieses als Teil einer zukunftsorientierten Wirtschaftspartnerschaft und als Eckpfeiler der Strategie der EU für den ökologischen Wandel dar. Die Fortsetzung dieser Verhandlungen unter den derzeitigen Bedingungen birgt jedoch die Gefahr, dass Menschenrechtsverletzungen, Landkonflikte und Umweltzerstörung auf den Philippinen verschärft werden. Europäische Organisationen der Zivilgesellschaft (CSO) äußern ernsthafte Besorgnis darüber, dass das Bestreben der EU, sich den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sichern und den Marktzugang zu erweitern, zunehmend Vorrang vor Menschenrechten, Umweltintegrität, Klimazielen, Rechtsstaatlichkeit und dem Schutz betroffener Gemeinschaften hat.
G7-Staaten kürzen Entwicklungszusammenarbeit um 48 Milliarden US-Dollar
Die G7-Staaten haben ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zwischen 2024 und 2025 um 48 Milliarden US-Dollar gekürzt. Dies entspricht dem Vermögen, das Milliardär:innen in den sieben Ländern im selben Zeitraum in nur neun Tagen angehäuft haben. Das zeigt eine aktuelle Oxfam-Analyse anlässlich des bevorstehenden G7-Gipfels im französischen Évian. Ein weiteres Ergebnis: Ölkonzerne steigern ihre Gewinne während des Irankriegs auf rund 400 Millionen US-Dollar pro Tag. Oxfam fordert von der Bundesregierung und den G7, Milliardenvermögen sowie Übergewinne zu besteuern und die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen.