Dreist, Dreister, Bankenlobby
Innenansicht einer Milliardenjagd
Deutsche Bank und Co. lobbyierten die Ampel-Regierung hartnäckig dafür, ihnen mehr als 2 Milliarden Euro zu schenken. Das zeigen interne Dokumente des Finanzministeriums, die Bürgerbewegung Finanzwende ausgewertet hat. Die Analyse macht deutlich, wie intensiv die Banken lobbyierten und wie sie teils auf sehr offene Ohren stießen. Die Dokumente zeigen aber auch, dass öffentlicher Druck wirkt. Die Proteste trieben den politischen Preis für Bankengeschenke zu hoch. Doch es ist noch nicht vorbei.
11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger
Positionspapier Welternährung 2030
Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober fordern 23 umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen, die globalen Strategien zur Hungerbekämpfung durch 11 konkrete Handlungsschritte neu auszurichten. Das Bündnis kritisiert, dass das Ziel der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – kein Hunger bis 2030 – in weite Ferne gerückt ist. Bisherige Ansätze, die darauf setzen, Produktivität zu steigern und private Investitionen zu fördern, haben sich als unzureichend und teilweise kontraproduktiv erwiesen.
Steuergeschenke, Schulen in Schwierigkeiten
Wie niedrige Steuern Sri Lankas Wirtschaftskrise ausgelöst und seinen Vorsprung im Bildungsbereich verspielt haben
Die Steuerpolitik Sri Lankas spielte eine treibende Rolle bei der verheerenden Wirtschaftskrise des Landes im Jahr 2022 und trägt zur chronischen Unterfinanzierung des Bildungswesens und anderer öffentlicher Dienstleistungen bei. Die Regierung sollte angesichts der hohen Kosten, der fragwürdigen Wirksamkeit und der Anfälligkeit für Missbrauch die Abschaffung von Unternehmenssteuerbefreiungen in Betracht ziehen und andere progressive Steuermaßnahmen ergreifen. Der Fall Sri Lanka spiegelt die Herausforderungen wider, denen viele Regierungen unter dem derzeitigen internationalen Steuersystem gegenüberstehen, und unterstreicht die Bedeutung der laufenden Verhandlungen über ein UN-Steuerabkommen, um internationale Regeln zu schaffen, die sich an den Erfordernissen der Menschenrechte orientieren.
Neues aus dem Bundestag | 13. Oktober 2025
Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus den Bereichen (internationaler) Wirtschafts-, Finanz,- Umwelt- und Entwicklungspolitik „hib – heute im bundestag“ mit Neuigkeiten aus Ausschüssen und aktuellen parlamentarischen Initiativen. Diese sind können beim Bundestag per E-Mail-Newsletter hier bestellt werden: https://www.bundestag.de/newsletter.
WeiterlesenWie gerecht ist das deutsche Steuersystem?
Handbuch Steuergerechtigkeit zum Mitdiskutieren
Steuern betreffen uns alle täglich: ob beim Einkaufen, auf dem Lohnzettel oder in politischen Debatten. Trotzdem herrscht oft Unwissenheit und Mythen bestimmen die Diskussion. Das begünstigt die Lobbyarbeit von Konzernen und Reichen, auch auf Kosten der Allgemeinheit. Das neue Handbuch Steuergerechtigkeit erklärt die Grundlagen des deutschen Steuersystems, zeigt Ungerechtigkeiten auf und macht konkrete Reformvorschläge für mehr Fairness und soziale Gerechtigkeit.
Wohlstand für alle!
Sind niedrigere Unternehmenssteuern die Lösung oder Teil des Problems?
Jahrzehntelang wurde behauptet: Niedrigere Unternehmenssteuern bringen mehr Investitionen und Jobs. Die Daten sprechen dagegen: Statt mehr Investitionen und neuer Arbeitsplätze vergrößerten die Steuersenkungen der Vergangenheit vor allem die Vermögen der Reichsten, während Schulen, Straßen und Daseinsvorsorge unterfinanziert blieben. Die Studie zieht Bilanz und untersucht für die fünf größten Vermögen, was sie mit ihrer Steuerersparnis gemacht haben. Sie zeigt: Um dem Grundgesetz gerecht zu werden, braucht es mehr Transparenz, eine wirksamere Erbschaftsteuer und eine Milliardärsteuer. So kann Steuerpolitik wieder zum Motor für nachhaltigen Wohlstand werden – für alle, nicht für wenige.
80 Jahre UNO: In der Krise, aber nicht am Ende
80 Jahre nach ihrer Gründung stecken die Vereinten Nationen in einer tiefen Krise – doch ihr Scheitern wäre angesichts von Kriegen, Klimakrise und weltweiter Ungleichheit eine Katastrophe. Zwischen Reformstau, Finanzierungslücken und geopolitischen Spannungen stellt sich die Frage: Wie kann die Vision von globaler Ordnung und Zusammenarbeit neu belebt werden?
Warum die EU-Haushaltsregeln reformiert werden müssen
Steigende Kosten des Klimawandels
Hitzetote, Extremhochwasser, Dürreperioden… Um den Klimawandel zu bekämpfen, bräuchte es erhebliche jährliche Vorabinvestitionen. Der derzeitige Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) wird dem aber nicht gerecht. Er umfasst nur 1,3 Prozent des BIP der EU – und die Gelder sind größtenteils für andere Zwecke vorgesehen. Europa kann jetzt vorsorgen oder später extreme Klimafolgekosten stemmen. Finance Watch plädiert für die vorausschauende Erweiterung des fiskalischen Spielraums.
IWF und Weltbank im Gegenwind
Vor den Jahrestagungen der Bretton Woods-Organisationen
Die Auswirkungen der ausbleibenden Reformen bei IWF und Weltbank werden immer gravierender, da die Bedrohungen für den Multilateralismus, den demokratischen Staat und die geopolitischen Spannungen zunehmen. Trotz wichtiger Überprüfungen der Politik und der Prozesse sowie organisatorischer Umstrukturierungen bleiben die Hoffnungen auf Reformen gering. Die Verwerfungen in der Handelspolitik stellen die Rolle und Relevanz der Bank und des Fonds infrage, da die Orthodoxie der Sparpolitik und der Mobilisierung von Privatkapital weiterhin Bestand hat.
Jenseits des BIP: Mehrdimensionale Messgrößen für Armut und Wohlbefinden
Die Umsetzung der Verpflichtungen der internationalen Gemeinschaft zum Aufbau eines Messrahmens, der die Ziele der nachhaltigen Entwicklung respektiert, genau widerspiegelt und über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hinausgeht – „Beyond GDP“ –, gewinnt zunehmend an Dynamik. In diesem Papier werden acht Kriterien vorgeschlagen, anhand derer einige Teilindikatoren im Rahmenwerk „Beyond GDP“ bewertet werden können. Unter Anwendung dieser Kriterien wird in diesem Bericht vorgeschlagen, dass das Rahmenwerk „Beyond GDP“ eine kleine Reihe multidimensionaler Messgrößen umfasst, die auf der Zähltradition zur Messung von akuter Armut, moderater Armut und Wohlbefinden basieren.