Deutsche Wirtschaft in den Startlöchern?
Finanzpolitik bringt Aufschwung auf Pump
Die Deutsche Wirtschaft verzeichnet nach zwei Rezessionsjahren in diesem Jahr ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent. Dank fiskalpolitischer Impulse geht es 2026 und 2027 deutlich stärker aufwärts, um 1,3 und 1,6 Prozent. Die Weltwirtschaft zeigt sich trotz US-Zollpolitik robuster als erwartet.
Von Reichtum träumen
Wie Ungleichheit sich selbst aufrechterhält
Wenn Menschen mit großer Einkommensungleichheit konfrontiert werden, entwickeln sie einen unrealistisch optimistischen Blick auf ihre Chancen für einen sozialen Aufstieg. Diese Fehleinschätzung führt dazu, dass sie weniger Unterstützung für politische Umverteilung zeigen – ein Mechanismus, durch den sich gesellschaftliche Ungleichheit selbst stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommen die WZB-Forschenden Julia Baumann und Yiming Liu in ihrer aktuellen Studie, die auf länderübergreifenden Umfragedaten und einem Online-Experiment basiert.
Wie die EU durch die Blockade von Vorschlägen aus dem Globalen Süden den Multilateralismus schwächt
Die Europäische Union hat jüngst in verschiedenen internationalen Foren die Bedeutung des Multilateralismus unterstrichen. Doch die Situation ist nicht, wie sie scheint. In Wirklichkeit untergräbt die EU in erheblichem Maße multilaterale Prozesse, die auf die Demokratisierung und Verbesserung der globalen Wirtschaftsordnung abzielen. Die Unterstützung des Multilateralismus zeigt sich nicht nur darin, bei internationalen Gipfeltreffen aufzutauchen, sondern vor allem daran, welche Positionen die EU in diesen Foren aktiv vertritt. Die Debatte zur internationalen Schuldenarchitektur bietet dabei ein deutliches Beispiel für die Heuchelei der EU.
In Debt to the Planet 2025
Eine Bewertung der Umwelt- und Sozialstrategien im europäischen Bankensektor
Das Streben nach einem stabilen Klima, einer blühenden Natur und einer gerechteren Gesellschaft muss bei den größten Banken Europas neu entfacht werden, da die Fortschritte ins Stocken geraten und Rückschritte zu verzeichnen sind.
Zyklon in Sri Lanka: Zivilgesellschaft fordert Schulden- und Klimagerechtigkeit
Ende November wurde Sri Lanka durch den Zyklon Ditwah schwer verwüstet. Ersten Berichten zufolge kamen Hunderte Menschen ums Leben oder werden noch vermisst, Tausende wurden obdachlos, und Häuser, Infrastruktur sowie Lebensgrundlagen wurden stark beschädigt. Vor diesem Hintergrund initiierte Yukthi, ein pluralistisches Forschungsforum, das Arbeiterbewegungen unterstützt und sich für Demokratie und Gerechtigkeit in Sri Lanka einsetzt, einen Aufruf für Schulden- und Klimagerechtigkeit. Dem Aufruf schlossen sich 70 zivilgesellschaftliche Kollektive und Aktivist*innen aus Sri Lanka an. Hintergrund ist auch die schwere Schuldenkrise des Landes.
World Inequality Report 2026
Das Ziel des Weltungleichheitsberichts 2026 ist es, die neuesten und umfassendsten Daten zur Ungleichheit zu präsentieren, um die demokratische Debatte weltweit zu informieren. Er aktualisiert die Ausgaben von 2022 und 2018 und erweitert sowohl den zeitlichen als auch den thematischen Umfang der Forschung. Neben langfristigen Reihen zu Einkommen und Vermögen vertieft dieser Bericht die Analyse der Umverteilung, der geschlechtsspezifischen Unterschiede, der politischen Spaltungen und des internationalen Finanzsystems. Er treibt auch Arbeit zur globalen Steuergerechtigkeit voran und liefert neue Erkenntnisse darüber, wie eine progressive Besteuerung erhebliche Ressourcen zur Finanzierung von Bildung, Gesundheit und Klimaanpassung mobilisieren könnte.
UN-Steuerkonvention für ein faires Steuersystem
Mit der Steuerrahmenkonvention verhandeln Staaten Fragen der internationalen Steuerkooperation zum ersten Mal formal gleichberechtigt unter dem Dach der Vereinten Nationen. Die dritte Verhandlungsrunde fand vom 10. bis 19. November in Nairobi statt. Seit Jahrzehnten setzt sich die Zivilgesellschaft für einen solchen inklusiven multilateralen Rahmen ein.
Neue Untersuchung zum Google-Imperium
Große Tech-Konzerne sind erstaunlich flexibel darin, wie sie Macht über die Entwicklung und Kontrolle von Technologien ausüben. Eine empirische Untersuchung von Aline Blankertz, Brianna Rock und Nicholas Shaxson zeigt, dass Google eine Investitionsstrategie verfolgt, mit der es die globale Digitallandschaft prägt, und zwar allen anderen etablierten Tech-Konzernen voran. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit und einige kartellrechtliche Untersuchungen auf Fusionen konzentrieren, hat Google ein Imperium von mehr als 6.000 Unternehmen aufgebaut, die es erworben, unterstützt oder in die es investiert hat, sowohl im digitalen Sektor als auch darüber hinaus.
Scharfe Abschwächungen der CSDDD – unter Einfluss fossiler Großkonzerne
Am 9. Dezember wurden die Trilogverhandlungen zum Omnibus-I-Paket abgeschlossen. Vertreter*innen des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und des EU-Rats haben einen finalen Kompromisstext verhandelt, der eine massive Abschwächung von Kernelementen der EU-Lieferkettenrichtlinie vorsieht.
Peacewashing in nachhaltigen Fonds den Riegel vorschieben
Die aktuellen Vorgaben für als nachhaltig deklarierte Geldanlagen werden im Bereich Rüstung zunehmend aufgeweicht. Dadurch steigt das Risiko, dass Anleger*innen über vermeintlich nachhaltige Produkte unwissentlich in Rüstungsunternehmen investieren. Gleichzeitig zeigen zahlreiche aktuelle Konfliktgebiete, dass Waffen, die unter den neuen Regeln als nachhaltig investierbar eingestuft werden, schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verursachen.