Kiel Institut: Entwicklungszusammenarbeit am beiderseitigen Interesse ausrichten

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft schlägt in einem Bericht vor, Vorteiler für Geber- und Partnerländer in der Entwicklungszusammenarbeit systematisch miteinander zu verknüpfen: „Statt auf Altruismus und Konditionalität zu setzen, braucht es in Zeiten geopolitischer Fragmentierung, fiskalischer Zwänge und globaler Schocks eine neue Herangehensweise, die die Anreize für Geber- und Partnerländern zusammenbringt. Mutual Interest Development Cooperation (MIDC) bietet ein solches Modell: Die Wahl zwischen unterschiedlich tiefen Partnerschaftsarten, die auf Reziprozität, Reformsignalen und vorhersehbarer Finanzierung beruhen. Indem sichtbare, gegenseitige Vorteile für Partner- und Geberland sichergestellt werden, wird EZ transformativ für reformorientierte Staaten und gewinnt zugleich politische Legitimität in Geberländern. MIDC baut auf bewährten Initiativen auf und verbindet diese mit einem starken Fokus auf das beiderseitige Interesse von Geber- und Partnerländern.“

Schulden, | 2.05.2023

Staatsschulden in Afrika: große Zinsunterschiede je nach Gläubiger

Ein neuer Datensatz des IfW Kiel zeichnet ein detailliertes Bild der Schulden Afrikas. Diese sind seit dem Kreditboom ab 2010 sehr stark angewachsen. Dabei wird deutlich, dass afrikanische Staaten privaten und chinesischen Geldgebern sehr viel höhere Zinssätze bezahlen als öffentlichen Finanzinstitutionen wie der Weltbank.

Neue Seidenstraße: China muss immer häufiger seine Schuldner retten

Immer mehr Schwellen- und Entwicklungsländer, die von China für den Bau von Infrastruktur im Rahmen der Neuen Seidenstraße Kredite aufgenommen haben, können diese nicht mehr planmäßig bedienen. In der Folge hat Peking die Vergabe von Rettungskrediten in den letzten Jahren drastisch ausgeweitet. Eine Analyse von Forscherinnen und Forschern von AidData, der Harvard Kennedy School, dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und der Weltbank macht die Dimension nun erstmals öffentlich.

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