UN-Berichte fordern Ablösung des Bruttoinlandsprodukts
Human Rights Watch interpretiert zwei neue UN-Berichte als wichtige Bausteine für einen Paradigmenwechsel. Der erste Bericht, vorgelegt von einer Expertengruppe der UN-Organisation, schlägt ein Dashboard mit 31 Indikatoren vor, darunter zentrale Menschenrechtsmaße in Gesundheit, Bildung, Arbeitsrechte, Diskriminierung, Armutsverringerung, Ungleichheit, Umwelt und öffentliches Vertrauen. Der zweite Bericht ist eine Roadmap von Olivier de Schutter, Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, und verlangt konkrete Maßnahmen zur besseren Umsetzung von Menschenrechten: Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen, soziale Sicherheit, Arbeitsrechte, Überwachung von Menschenrechten und Adoption von Indikatoren Beyond GDP. HRW betont, dass GDP Kreditspannen und Staatsschulden beeinflusst, aber keine zuverlässige Prädiktor für Vulnerabilität ist; ein neuer Indikator, der Menschenrechte, Ungleichheit und Nachhaltigkeit integriert, könnte Datenqualität verbessern und Regierungen zu gerechteren Entscheidungen bewegen.
Fortschritt jenseits des BIP
Die Suche nach alternativen Maßen für Wohlstand und Nachhaltigkeit
Die weltweiten Auseinandersetzungen über alternative Maße für Wohlstand und Entwicklung jenseits des Bruttoinlandsprodukts (BIP) haben mit dem Zukunftsgipfel der Vereinten Nationen im September 2024 einen neuen Schub erhalten. Und doch dominiert bis heute in Politik und Medien das BIP als das Maß aller Dinge und sein stetiges Wachstum als nur selten hinterfragtes gesellschaftliches Ziel. Warum sich das ändern muss und welche Suchprozesse es dazu von der globalen bis zur kommunalen Ebene in Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gibt, wird im neuen Arbeitspapier des Global Policy Forums beschrieben.
Blick über das BIP hinaus
Der World Happiness Report ist führend bei der Suche nach ganzheitlicheren Messungen des Wohlbefindens
Vor mehr als 50 Jahren kritisierte der US-Senator Robert F. Kennedy das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit den Worten, dass es „alles misst … außer dem, was das Leben lebenswert macht“. Seitdem hat es erhebliche Anstrengungen gegeben, über das BIP hinaus nach umfassenderen Methoden zur Messung des Wohlbefindens zu suchen, um das Leben der Menschen zu verbessern.
Radikale Wege jenseits des BIP
Warum und wie wir dringend feministische und dekoloniale Alternativen verfolgen müssen
Unter politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Bewegungen besteht ein wachsender Konsens darüber, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als vorherrschende wirtschaftliche Messgröße nicht geeignet ist. Es werden dringend Alternativen benötigt, um den Übergang zu einem neuen Wirtschaftsmodell zu erleichtern, das eine radikal gerechtere, freundlichere, grünere und feministischere Welt in der Gegenwart unterstützt und gleichzeitig Wiedergutmachung für historische Schäden und Ungleichheiten bietet.