Entwicklungshilfe wird durch Investitionen ersetzt. Das ist ein gefährlicher Fehler.

Es gibt genügend Vermögen, um Entwicklungs- und Klimaziele zu finanzieren. Was fehlt, ist die Bereitschaft, dieses Vermögen zu besteuern und für das Gemeinwohl einzusetzen. Kürzlich gingen zwei große globale Entwicklungsgipfel in Paris und London zu Ende, deren erklärtes Ziel es war, die strategische Ausrichtung der internationalen Zusammenarbeit neu zu gestalten. Beide fanden vor dem Hintergrund einer historischen Heuchelei statt: Wir erleben die tiefsten Kürzungen bei der Entwicklungshilfe seit Beginn der Aufzeichnungen, und zwar genau zu einer Zeit, in der das Vermögen der Milliardäre moralisch unvorstellbare Rekordhöhen erreicht. Allein in den letzten 12 Monaten haben Milliardäre 4 Billionen Dollar dazugewonnen, wodurch ihr Vermögen nun 1,5 Billionen Dollar über dem der ärmsten Hälfte der Menschheit liegt. Unterdessen stiegen die weltweiten Militärausgaben auf fast 3 Billionen Dollar, und die Giganten der fossilen Brennstoffindustrie werden voraussichtlich Gewinne in astronomischer Höhe von 3.000 Dollar pro Sekunde einstreichen.

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