Systemische Fragen, | 15.07.2026

Die verhaltene Reaktion von IWF und Weltbank auf die Angriffe den Iran verstärkt die Bedenken hinsichtlich ihrer Legitimität

Es gibt keine Sofortmaßnahmen seitens des IWF und der Weltbank, während diverse Länder unter dem durch den Krieg verursachten globalen Wirtschaftsschock leiden. Dabei leiden diese bereits unter den Folgen von jahrzehntelangen Sparmaßnahmen und Deindustrialisierung. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern einen Schuldenerlass und eine grundlegende Neuordnung der internationalen Finanzarchitektur.

Öffentliche Finanzen, | 15.07.2026

Staatskonsum stabilisiert die Wirtschaft kurzfristig – Steuersenkungen wirken stärker, aber verzögert

Der finanzpolitische Kurswechsel der Bundesregierung umfasst neben Sondervermögen und gelockerter Schuldenbremse auch steuerliche Entlastungen. Die Wirkung der Instrumente ist entscheidend, sie sollten gezielt kombiniert werden. Ein zusätzlicher Euro Staatskonsum erhöht das BIP kurzfristig um rund einen Euro, eine Steuersenkung um einen Euro dagegen steigert das BIP mittelfristig um rund 1,80 Euro.

VENRO-Analyse zum Bundeshaushalt 2027

Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht vor, die Mittel für humanitäre Hilfe auf niedrigem Niveau zu belassen. Sie sollen bei 50 Prozent unter dem Wert von 2024 bleiben. Der Etat des Entwicklungsministeriums (BMZ) soll um mehr als 580 Millionen Euro auf 9,47 Milliarden Euro sinken. Damit will die Bundesregierung die Mittel für die internationale Zusammenarbeit erneut stark zusammenstreichen. Besonders trifft es die Krisenbewältigung und den Wiederaufbau. Die dafür vorgesehenen Mittel sollen gegenüber 2026 um 39 Prozent von 710 Millionen Euro auf 434 Millionen Euro gekürzt werden. In der VENRO-Analyse finden Sie eine detaillierte Übersicht zu den einzelnen Haushaltstiteln.

Die Weltbank gibt Ziel zur Klimafinanzierung auf

Nun müssen die multilateralen Entwicklungsbanken ihren Ansatz für „just transition“ überdenken

Die in der Woche des 29. Juni bei der Weltbank getroffenen Entscheidungen haben zu Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Rolle der Bank bei der Klimafinanzierung und ihres Engagements für den Klimaschutz geführt.

Handel, | 14.07.2026

EU befürwortet „sektorale Abkommen“ im Rahmen einer Neugestaltung des Meistbegünstigungsprinzips der WTO

Die Europäische Union bekräftigte ihre Forderung an die Mitglieder der Welthandelsorganisation, die Funktionsweise des Meistbegünstigungsprinzips zu überprüfen. In einer Stellungnahme an den Allgemeinen Rat der WTO erklärte die EU, die Mitglieder der Organisation sollten bereit sein, „sektorale Handelsabkommen“ in Betracht zu ziehen, in deren Rahmen Präferenzhandelsverpflichtungen Ländern vorbehalten wären, die bereit sind, „einschlägige Disziplinen“ einzuhalten.

Systemische Fragen, | 14.07.2026

Ein Schritt weiter in Richtung „Muskismus“

Der Börsengang von SpaceX hat Elon Musk zum ersten Dollarbillionär der Welt gemacht. Dabei wurden Kleinanleger*innen abgezockt. Musks Geschäftsmodell beruht darauf, durch exklusive private Dienstleistungen staatliche Souveränität zu sichern, was ihm Einfluss auf Regierungshandeln verschafft. Mit mehr Geld kann Musk auch seinen rechtsautoritären Neigungen noch vehementer Ausdruck verleihen.

Handel, | 13.07.2026

UN-Grundsätze zur Sicherheit von Konsumgütern offiziell vorgestellt

Mehr als 400 Teilnehmer aus über 80 Ländern bekräftigten in Genf die Bedeutung des internationalen Dialogs und des gegenseitigen Lernens, um Märkte fair, wettbewerbsorientiert und sicher zu halten. Die Grundsätze der Vereinten Nationen zur Sicherheit von Konsumgütern wurden offiziell vorgestellt und bieten einen neuen globalen Rahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Produktsicherheit. Entwicklungsorientierte Wettbewerbspolitik ist erforderlich, um die Ernährungssicherheit zu unterstützen und widerstandsfähigere Märkte aufzubauen. Die Herausforderungen des digitalen Marktes erfordern eine stärkere internationale Zusammenarbeit und aktualisierte regulatorische Rahmenbedingungen.

Handel, | 13.07.2026

Der größte wirtschaftliche Schock aller Zeiten ist der chinesische Merkantilismus

Da Analysten dazu neigen, die Vereinigten Staaten in den Mittelpunkt der globalen Wirtschaftsgeschichte zu stellen, haben sie die mit Abstand wichtigste Kraft der letzten 50 Jahre übersehen. Für künftige Generationen wird jedoch offensichtlich sein, dass der chinesische Merkantilismus weltweit weitreichendere Folgen hatte als jeder andere wirtschaftliche Schock oder jede andere politische Entscheidung.

Private Finanzierung, Handel, | 10.07.2026

Internationale Investitionen in turbulenten Zeiten

World Investment Report 2026

Die weltweiten Investitionen nehmen wieder zu. Allerdings werden sie immer konzentrierter, selektiver und für viele Entwicklungsländer immer schwerer zugänglich.

Öffentliche Finanzen, | 10.07.2026

Follow the Money: Finanzierung spaltet Bewegung

Feministische Bewegungen werden durch eine Finanzierungskrise neu geprägt – es tut sich eine Kluft auf zwischen denen, die Zugang zu Staats- und Privatkapital haben, und denen, die sich für unabhängige Finanzierung einsetzen. Die Konferenz „Women Deliver 2026“ warf die Frage auf: Was bedeutet es, wenn Entscheidungen über Geld hinter verschlossenen Türen ohne Betroffene getroffen werden?

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