Systemische Fragen
Die Finanz- und Wirtschaftssysteme sind global eng miteinander verwoben. Wenn die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik ändert, hat das direkte Auswirkungen auf Investitionsflüsse weltweit und auf die Fähigkeit von Ländern im Globalen Süden, sich zu finanzieren. Zugleich gibt es seit Jahrzehnten Diskussionen darum, ob bzw. wie die institutionelle Architektur der regionalen und globalen Organisationen in diesem Bereich – allen voran der Internationale Währungsfonds und die Weltbank – reformiert werden kann.
Weiterhin geht es um die Frage, wie globale Mono- bzw. Oligopole verhindert oder aufgebrochen werden können, wie man Rohstoffmärkte so ausgestaltet, dass sie Krisen nicht befeuern, welche Rolle Kreditratingagenturen spielen oder welche Rolle Migration im internationalen Wirtschaftsgeschehen hat.
Stablecoins bergen neue Risiken für Schwellenländer
Stablecoins entwickeln sich in Afrika, Asien und Lateinamerika rasch von Zahlungsmitteln zu einer vollwertigen Finanzinfrastruktur und bringen Risiken mit sich, die in der US-zentrierten Debatte weitgehend übersehen wurden. Da parallele Zahlungssysteme über den Geltungsbereich der bestehenden Bankvorschriften hinauswachsen, müssen die politischen Entscheidungsträger den Regulierungsrahmen erweitern.
„IWF, Hände weg von unserer Zukunft“
Kristalina Georgieva vom Internationalen Währungsfonds (IWF) war vom 16. bis 18. Februar in Sri Lanka. Der IWF kündigte den Besuch seiner Geschäftsführerin als Gelegenheit an, „die Auswirkungen des Zyklons Ditwah aus erster Hand zu beobachten“ und zu untersuchen, wie die Institution „die Wiederaufbaubemühungen unterstützen und zum Aufbau einer widerstandsfähigeren Zukunft für alle Sri Lanker beitragen“ kann. Das kommt nicht bei allen gut an.
Intensiv durchleuchtet
Die Lebensmittelbranche im Fokus des Bundeskartellamtes
Andreas Mundt (Präsident des Bundeskartellamts) beschreibt in der Politischen Meinung, einer Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung, wie das Amt Fusionskontrollen (z. B. Real-Übernahmen durch Kaufland/EDEKA) und Missbrauchsverfahren (gegen Coca-Cola, EDEKA) einsetzt, um Marktbeherrschung zu verhindern und Verbraucher vor Preiserhöhungen zu schützen. Trotz Konzentration bei wenigen Ketten (85% Marktanteil) und steigender Preise (+40% seit 2019) sieht er ausreichenden Wettbewerb im europäischen Vergleich.
Bonn gegen Amazon: bemerkenswerte Initiative des Bundeskartellamts
Die Marktmacht von Amazon ist extrem groß. Nun geht das Bundeskartellamt erneut dagegen vor und verbietet sogenannte Preiskontrollmechanismen, um den Wettbewerb auf der Plattform zu schützen. Das ist ein wichtiger Schritt. Doch weitere sollten folgen.
Das Lobby-Handbuch von Big Tech
Wie die Macht der Big Tech-Oligopolisten die digitalen Regeln weltweit neu geschrieben hat
Big Tech hat die Unternehmenslobbyarbeit auf ein ganz neues Niveau gehoben. Diese Unternehmen haben einen Einfluss, von dem selbst Big Tobacco und Big Oil nur träumen können. Die Tech-Giganten verfügen über unerschöpfliche finanzielle Mittel und ein wirkungsvolles Handbuch, mit dem sie Gesetze auf der ganzen Welt beeinflussen und gestalten. Die im „Lobbying-Handbuch der großen Technologieunternehmen” dargelegten Strategien sind nicht einzigartig für die großen Technologieunternehmen, werden jedoch auf eine Weise eingesetzt, die für die Tech-Giganten charakteristisch ist. Diese Unternehmen beschäftigen sich nicht nur mit Gesetzgebern und politischen Prozessen – sie gestalten auch das Umfeld, in dem Gesetze entworfen und diskutiert werden.
Der finanzielle Golfstrom nähert sich einem Kipppunkt
Jahrzehntelang beruhte die Weltwirtschaft auf einer Finanzvereinbarung, die es den Vereinigten Staaten ermöglichte, günstig Kredite aufzunehmen und einen Großteil der weltweiten Produktionsüberschüsse aufzunehmen. Doch dieses System beginnt angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen und wachsender Zweifel an der Stabilität der US-Politik zu bröckeln.
Big Tech im KI-Kaufrausch
Im Jahr 2025 festigte Big Tech seinen Einfluss auf die Zukunft der digitalen Wirtschaft. Eine Auswertung des Big Tech M&A Trackers von SOMO zeigt, dass das Jahr von einer aggressiven Expansion von Fusionen und Übernahmen geprägt war, deren Kernstück die künstliche Intelligenz (KI) bildete. Große Technologieunternehmen übernahmen mindestens 25 Unternehmen – oder deren strategische Vermögenswerte – aus verschiedenen Branchen, darunter Fintech, Quantencomputing, Augmented Reality und Cybersicherheit.
Die bevorstehende Krypto-Apokalypse
Die Zukunft des Geldes und des Zahlungsverkehrs wird von einer allmählichen Entwicklung geprägt sein, nicht von der Revolution, die Krypto-Betrüger versprochen haben. Der jüngste Einbruch von Bitcoin und anderen Kryptowährungen unterstreicht einmal mehr die hohe Volatilität dieser pseudo-Anlageklasse. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik die Risiken erkennt, bevor es zu spät ist.
Rekordjammern trotz Rekordgewinne
Europäische Banken auf Abwegen
Donald Trump dereguliert seine Banken. Der europäische Bankensektor eifert dem nach. Doch der Ruf nach Deregulierung ist gefährlich. Das schreibt Michael Peters von der Bürgerbewegung Finanzwende in der FR-Kolumne „Gastwirtschaft“.
Fusionskontrolle: Überarbeitungen der EU-Leitlinien
Derzeit überarbeitet die EU-Wettbewerbsbehörde DG Competition ihre Leitlinien für die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen. Rebalance now begleitet diesen Prozess eng und drängt auf die Verschärfung der Leitlinien, um weitere wettbewerbsschädliche Fusionen sowie Schäden für insbesondere Verbraucher*innen und kleinere Unternehmen in der Folge zu verhindern.