Schulden

Von besonderer Bedeutung für die Handlungsfähigkeit von Staaten ist die Staatsverschuldung. Das gilt um so mehr in Folge der großen Krisen der letzten 20 Jahre allein, die Staatshaushalte auf der ganzen Welt enorm belastet haben. Am drängendsten ist aber die Frage, wie staatliche Kreditaufnahme in Zukunft nachhaltig ausgestaltet werden kann bzw. wie sie mit diesem Ziel umgebaut werden muss, für die Länder des Globalen Südens. Unter anderem die Einrichtung eines gleichberechtigten Staatsinsolvenzverfahrens, das auch private Gläubiger mit in die Pflicht nimmt, ist eines der großen Probleme der globalen Governance.

Schulden | 16.09.2026

Schulden verschärfen die Klimakrise: Wie die Finanzströme verlaufen

Schulden- und die Klimakrise sind eng miteinander verflochten und befinden sich in einer toxischen Wechselbeziehung. Länder und Gemeinden, die von der Klimakrise besonders stark betroffen sind, zahlen den Preis dafür. Die globale Schuldenkrise trifft die Länder, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, besonders hart. In diesen Ländern treten Klimakatastrophen immer häufiger und mit zunehmender Intensität auf. Diese Länder sind gezwungen, einen großen Teil ihrer Staatshaushalte für die Rückzahlung von Staatsschulden aufzubringen. Dadurch werden fossile Brennstoffe subventioniert, Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Entwicklung verhindert und Gemeinden den zunehmenden Klimaauswirkungen in hohem Maße ausgesetzt.

Schulden | 14.09.2026

ICIJ-Recherche „China Capital“: Wie Chinas größte Staatsbank Schuldenkrisen befeuerte

Eine Großrecherche des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) mit dem Titel „China Capital“ enthüllt anhand von 4,8 Millionen geleakten Dokumenten die Praktiken der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Die Leaks zeigen, wie das staatliche Finanzinstitut im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI) Compliance-Regeln und Korruptionsbedenken systematisch aushebelte, um Chinas geopolitischen Einfluss zu sichern (via erlassjahr.de).

Schulden | 10.09.2026

Hauptsache Souverän

Senegal wollte sich aus finanziellen Abhängigkeiten befreien. Die Schuldenkrise zeigt, wie schwer echte Souveränität zu erreichen ist.

Die Erleichterung ist spürbar, die Erwartungen sind immens: Am 1. September 2026 gelang es dem Senegal, mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Vereinbarung auf Mitarbeiterebene über ein neues 36-Monats-Programm von rund 2,2 Milliarden US-Dollar abzuschließen. Nachdem die Regierung bei den Präsidentschaftswahlen 2024 mit einem Transparenzversprechen angetreten war, sah sie sich schnell mit einem unerwartet hohen Schuldenberg konfrontiert.

Schulden | 7.09.2026

Sechs Reformen für den gemeinsamen G20-Rahmen zur Schuldenbearbeitung

In diesem Bericht skizzieren Save the Children UK und Debt Justice UK sechs Reformen, die für den gemeinsamen G20-Rahmen zur Schuldenbearbeitung erforderlich sind. Den Finanzministern der G20 wird empfohlen, diesen Rahmen zu billigen. Zudem sollen die G20-Mitglieder – insbesondere das Vereinigte Königreich – sowie der IWF und die Weltbank einseitige und kollektive Maßnahmen ergreifen, um die Vorschläge umzusetzen. Angesichts des wachsenden Konsenses unter den Mitgliedern, den internationalen Institutionen und der Zivilgesellschaft ist es nun an der Zeit zu handeln – und die G20 sind der richtige Ausgangspunkt dafür. Ein Erfolg könnte zu den allgemeinen Voraussetzungen für mehr globale Stabilität beitragen – mit positiven Auswirkungen, die sich bis in die lokalen Gemeinden ausbreiten, sowohl in den G20-Ländern als auch in Nicht-Mitgliedsländern.

Schulden | 27.08.2026

Ein menschenrechtsbasierter Ansatz für internationale Investitionsschiedsverfahren im Zusammenhang mit Staatsschulden

Ziel dieser Studie ist es, die vielschichtigen Auswirkungen von Investitionsschiedsverfahren auf Staatsschulden im afrikanischen Kontext zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf Menschenrechtsfragen und der Tragfähigkeit der Verschuldung liegt. Die Studie soll kritisch analysieren, wie ein menschenrechtsbasierter Ansatz in Investitionsschiedsverfahren im Zusammenhang mit Staatsschulden formuliert und umgesetzt werden kann, um potenzielle Missbräuche im Rahmen von Umschuldungen zu mindern.

Schulden | 11.08.2026

Venezuelas Schuldenkrise: Eine renommierte US-Kanzlei macht einen interessanten Vorschlag

Das von Erdbeben, Misswirtschaft und äußerem Druck heimgesuchte Venezuela weist eine der kompliziertesten Auslandsschuldensituationen der Welt auf: Auf der Schuldnerseite steht nicht nur der Venezolanische Staat, sondern auch der Staat im Staat, die nationale Ölgesellschaft PDVSA. Auf der Gläubigerseite sind nicht mal alle Akteure bekannt, geschweige denn ihre jeweilige exakte Forderungshöhe. Eine rasche Restrukturierung samt spürbarem Schuldenerlass, wie die Übergangsregierung unter Delcey Rodriguez sie am 13.Juni angekündigt hat, erscheint unter diese Umständen zwar wünschenswert, aber alles andere als wahrscheinlich. In dieser Situation machte die renommierte New Yorker Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb, die bei sehr vielen großen Umschuldungen der jüngeren Vergangenheit die Interessen verschuldeter Staaten vertreten hat, einen interessanten Vorschlag.

Schulden | 6.08.2026

Der Weg für arme Länder aus der Schuldenfalle

Etwa die Hälfte der einkommensschwachen Länder ist derzeit zahlungsunfähig oder hat ein großes Risiko, zahlungsunfähig zu werden. Was die Weltgemeinschaft dagegen tun muss, erläutert die IDOS-Wissenschaftlerin Kathrin Berensmann in einem Gastbeitrag für FAZ-Premium.

Schulden | 4.08.2026

Die Rangfolge der Gläubiger bei Umschuldungen staatlicher Schulden

Die Regelungen zur Rangfolge der Gläubiger des öffentlichen Sektors bei Umschuldungen von Staaten weisen erhebliche Unklarheiten auf. Infolgedessen sind sich die Beteiligten häufig uneinig über die relative Behandlung verschiedener Institutionen, was den Umschuldungsprozess verzögert und möglicherweise die Kosten der Finanzierung durch den öffentlichen Sektor für Schwellenländer erhöht. In diesem Beitrag wird ein transparenter und praktikabler Rahmen zur Festlegung der Rangfolge öffentlicher Forderungen vorgeschlagen. Dieser Rahmen würde eine zeitnahe Lösung von Schuldenkrisen erleichtern und Anreize für konzessionäre Entwicklungsfinanzierung schaffen.

Schulden | 23.07.2026

Schottland: „Glasgow Statement on Debt Justice“

Schottland fällt zum wiederholten Male durch progressive Positionen zur globalen Entschuldung auf: Gemeinsam mit Sambia und Malawi hat die schottische Regierung am 23. Juli das „Glasgow Statement on Debt Justice in the Commonwealth“ veröffentlicht. Die Erklärung setzt ein starkes Zeichen Richtung der britischen G20-Präsidentschaft 2027 und knüpft an die Common African Position on Debt an. Kernforderungen unter anderem: verbindliche Anti-Holdout-Gesetzgebung und ein Staateninsolvenzverfahren unter dem Dach der UN (via erlassjahr.de).

Schulden | 23.07.2026

Kenianisches Gericht erklärt Rutos vorgeschlagenes Gremium zur Schuldenprüfung für rechtswidrig

Ein kenianisches Gericht hat die von Präsident William Ruto vorgenommene Ernennung eines Gremiums zur Durchführung einer forensischen Prüfung der Staatsschulden des Landes für verfassungswidrig erklärt. Das Gericht urteilte, dass die Arbeitsgruppe in das verfassungsmäßige Mandat des Rechnungshofpräsidenten eingreife; der Richter erklärte, der Präsident könne die dem Rechnungshofpräsidenten ausdrücklich durch die Verfassung übertragenen Aufgaben nicht neu zuweisen. Der Plan zur Überprüfung der Staatsschulden gehörte zu den Maßnahmen, die Ruto ergriffen hatte, um regierungskritische Demonstranten zu beschwichtigen, die seine Regierung im Jahr 2024 beinahe gestürzt hätten.

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