Systemische Fragen

Die Finanz- und Wirtschaftssysteme sind global eng miteinander verwoben. Wenn die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik ändert, hat das direkte Auswirkungen auf Investitionsflüsse weltweit und auf die Fähigkeit von Ländern im Globalen Süden, sich zu finanzieren. Zugleich gibt es seit Jahrzehnten Diskussionen darum, ob bzw. wie die institutionelle Architektur der regionalen und globalen Organisationen in diesem Bereich – allen voran der Internationale Währungsfonds und die Weltbank – reformiert werden kann.

Weiterhin geht es um die Frage, wie globale Mono- bzw. Oligopole verhindert oder aufgebrochen werden können, wie man Rohstoffmärkte so ausgestaltet, dass sie Krisen nicht befeuern, welche Rolle Kreditratingagenturen spielen oder welche Rolle Migration im internationalen Wirtschaftsgeschehen hat.

Systemische Fragen | 8.10.2026

Die „Pipeline“ überstehen?

Eine Analyse der Weltbank-Policy zur Geschlechtergleichstellung und zu makroökonomischen Reformen im Rahmen des Kreditvergabeprozesses

Eine neue Analyse des Bretton Woods Project zeigt, dass geschlechtsspezifische Aspekte zwar zunehmend in die Diagnosen und Strategien der Weltbank einfließen, jedoch häufig neben politischen Reformen stehen, deren Schwerpunkt auf Haushaltskonsolidierung, Privatisierung, gezieltem Sozialschutz, öffentlich-privaten Partnerschaften und einer vom Privatsektor getriebenen Entwicklung liegt. Wie dieser Bericht aufzeigt, kann dies negative Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter haben.

Systemische Fragen | 8.10.2026

Acht ‚Sehenswürdigkeiten‘ bei den Jahrestagungen von IWF und Weltbank in Bangkok

Wenn sich der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbankgruppe (WBG) vom 12. bis 18. Oktober in Bangkok zu ihren Jahrestagungen 2026 versammeln, ist dies bereits das zweite Mal, dass die Institutionen in Thailand tagen. Zuletzt war das Land 1991 Gastgeber der Tagungen – auf dem Höhepunkt einer Schuldenkrise im Globalen Süden. 35 Jahre später kehren sie zurück, während erneut eine Schuldenkrise weite Teile des Globalen Südens überrollt. Was von den Tagungen zu erwarten ist, listet Eurodad in diesem Blog-Beitrag auf.

Systemische Fragen | 8.10.2026

Wer hat die Macht?

Ein Leitfaden für Aktivist:innen zu IWF und Weltbank

Dieser Leitfaden erläutert die Aufgaben des IWF und der Weltbank, ihre Entscheidungsfindung und die Auswirkungen ihrer Politik auf Volkswirtschaften, Menschen, den Planeten, das Klima und die Geschlechtergerechtigkeit. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Rolle der europäischen Regierungen bei der Gestaltung dieser Institutionen sowie darauf gelegt, wie Aktivist:innen die Institutionen und Regierungen zur Rechenschaft ziehen und auf Veränderungen drängen können.

Systemische Fragen | 7.10.2026

Wie Afrika die Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China nutzen kann

Während die Kreditkosten in US-Dollar in die Höhe schnellen, nähern sich die chinesischen Zinssätze Rekordtiefständen. In Verbindung mit der Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China bietet diese Divergenz afrikanischen Regierungen eine Chance: Sie können mit den USA im Bereich Erdgas und mit China im Bereich Solarenergie und Speichertechnologie zusammenarbeiten und die kostengünstigeren asiatischen Kapitalmärkte zur Finanzierung von Investitionen in beiden Bereichen nutzen.

Systemische Fragen | 7.10.2026

Herbstausgabe 2026 des Bretton Woods Observer

In der neuen Ausgabe geht es um die Agenda der Weltbank zur Mobilisierung von Privatkapital, die von Afrika ausgehenden Bemühungen um eine Reform des globalen Schuldensystems, die Forderungen amazonischer Bewegungen nach Schulden- und Klimagerechtigkeit, die Bedenken hinsichtlich des schwindenden Handlungsspielraums der Zivilgesellschaft und praktische Ansätze für widerstandsfähigere Ernährungssysteme.

Systemische Fragen | 7.10.2026

Schulden statt Konsolidieren: Deutschlands fiskalpolitische Kehrtwende könnte Wirkung der EZB-Zinspolitik schwächen

Die Leitzinserhöhungen der EZB belasten Staatshaushalte der Euroländer über Zinsausgaben und schwächere Konjunktur sehr unterschiedlich. Eine neue DIW-Studie schätzt die fiskalpolitische Reaktion der Länder und deren Einfluss auf Wirtschaftsleistung und Inflation. Konsolidierende Länder verlieren mehr Wirtschaftsleistung als Länder, die Schulden aufnehmen. Eine fiskalpolitische Kehrtwende Deutschlands dürfte die Aufgabe für EZB-Geldpolitik erschweren.

Systemische Fragen | 6.10.2026

Warum die Gründung der AfCRA für Afrika und die Welt von Bedeutung ist

Am 7. Oktober unternimmt Afrika auf Mauritius einen wichtigen Schritt zur Neugestaltung seiner Beziehungen zu den globalen Kapitalmärkten. Die Gründung der Africa Credit Rating Agency (AfCRA) ist ein Bekenntnis zum Vertrauen in Afrikas Zukunft. Sie ist Teil einer umfassenderen Botschaft, die auf dem gesamten Kontinent Widerhall findet. „Wir brauchen keine Hilfe oder Almosen, wir brauchen Fairness.” Wir müssen für angemessene Rahmenbedingungen und Genauigkeit sorgen.

Systemische Fragen | 6.10.2026

Ausbeutung, Pfadabhängigkeiten und anhaltende Widersprüche

Die Bretton-Woods-Institutionen in Asien

Die Jahrestagungen der Weltbank und des IWF finden vom 12. bis 18. Oktober 2026 in Bangkok, Thailand, statt. Es ist das achte Mal seit Anfang der 1990er Jahre, dass sie in Asien abgehalten werden. Dies spiegelt die langjährige Geschichte und das Vermächtnis beider Institutionen in der Region wider. Die Menschen in ganz Asien leiden seit Jahrzehnten unter den Auswirkungen der Politik und der Vorgaben der Bretton-Woods-Institutionen. Dazu zählt auch ihre entscheidende Rolle bei der Schaffung der Bedingungen, die zur asiatischen Finanzkrise von 1997 führten, sowie die kontraproduktiven Reaktionen darauf, die langanhaltende und tiefgreifende Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt hatten.

Systemische Fragen | 6.10.2026

Senkung der Kapitalkosten: Vier globale Perspektiven dazu, was IWF und Weltbank tun sollten

Was sollten IWF und Weltbank tun, um die Kosten der Entwicklungsfinanzierung zu senken? Im Vorfeld ihrer Jahrestagung 2026 in Bangkok bündeln sechs Autor:innen Perspektiven aus Afrika, Lateinamerika, Indien und Europa und stellen Vorschläge vor, wie sich Finanzierungen erschwinglicher gestalten lassen, wie man nicht tragbare Schulden angehen kann und wie der Übergang zu sauberer Energie unterstützt werden kann.

Systemische Fragen | 30.09.2026

Der IWF vergisst seine Sonderziehungsrechte

Anlässlich des fünften Jahrestags der historischen Zuteilung von Sonderziehungsrechten im Jahr 2021 hat der IWF beschlossen, die Weltwirtschaft nicht erneut zu stützen. Wie bedauerlich. Vor fünf Jahren, als die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft schwer in Mitleidenschaft zog, traf die internationale Gemeinschaft die richtige Entscheidung und teilte Sonderziehungsrechte (SZR) im Wert von 650 Milliarden US-Dollar zu. SZR sind ein Vermögenswert, den der Internationale Währungsfonds (IWF) schaffen kann, um die Liquidität im globalen Finanzsystem zu erhöhen.

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