Wie Afrika die Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China nutzen kann
Während die Kreditkosten in US-Dollar in die Höhe schnellen, nähern sich die chinesischen Zinssätze Rekordtiefständen. In Verbindung mit der Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China bietet diese Divergenz afrikanischen Regierungen eine Chance: Sie können mit den USA im Bereich Erdgas und mit China im Bereich Solarenergie und Speichertechnologie zusammenarbeiten und die kostengünstigeren asiatischen Kapitalmärkte zur Finanzierung von Investitionen in beiden Bereichen nutzen.
Wo sind die Stimmen der Arbeiterinnen, wenn Handelskonflikte zuschlagen?
In Madagaskar haben Beschäftigte eigentlich ein gesetzliches Mitspracherecht. Doch nachdem die USA das Land mit Zöllen belegt hatten und das AGOA-Handelsabkommen ausgelaufen war, saßen Arbeiterinnen der Textilindustrie nicht mit am Verhandlungstisch. Warum? Ein Beitrag zum Welttag für menschenwürdige Arbeit.
Globale Zusammenarbeit unter Druck – neuer Bericht zur Gestaltung von Reformen
Geopolitische Rivalitäten, Konflikte, autoritärer Nationalismus und die systematische Aushöhlung regelbasierter Politik verändern die Weltordnung und setzen die Zusammenarbeit unter wachsenden Druck. Doch das Bild ist differenzierter: Während disruptive Trends die Schlagzeilen dominieren, nehmen gleichzeitig Reformen Gestalt an. Dies ist die zentrale Botschaft von „Disruption and Reform: Sustainable Futures at Stake? The Case for Politics of Cooperation and Perseverance“, einer neuen Publikation des Deutschen Instituts für Entwicklung und Nachhaltigkeit (IDOS). Auf der Grundlage von Forschung, Politikberatung und Wissenskooperation am IDOS und in seinen Partnernetzwerken untersucht der Band, wo Zusammenarbeit bereits angepasst und neu gestaltet wird – und welche Akteure dazu beitragen können, diese Reformen voranzutreiben.
Auf dem Weg zu einem „New Deal“ für den Welthandel
Das derzeitige Welthandelssystem hat es versäumt, den meisten Menschen Wohlstand zu bringen, und bricht nun unter seinen eigenen Widersprüchen zusammen. Die neoliberale Ordnung, die auf einer fehlerhaften Wirtschaftstheorie beruht und von Machtungleichgewichten geprägt ist, hat die Entwicklungsländer in geringwertige Tätigkeiten gezwungen und gleichzeitig die Mittelschicht in den Industrieländern ausgehöhlt. Die Handelspolitik der Trump-Regierung hat in jüngster Zeit deutlich gemacht, wie fragil diese Regeln tatsächlich sind.
Auf Augenhöhe
Die neue Nord-Süd-Kommission bietet die Chance für echte Partnerschaft – falls Deutschland und Europa bereit sind, Macht zu teilen.
Die entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission (ENSK) der Bundesregierung wurde am 30. Juni auf der Hamburg Sustainability Conference gegründet. Die von der ehemaligen Präsidentin Costa Ricas Laura Chinchilla und dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz geleitete unabhängige Kommission der Bundesregierung soll bis zum Ende der Legislaturperiode konkrete Vorschläge für neue Partnerschaften zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden erarbeiten.
Regelbasierte Ordnung ja – aber mit welchen Regeln?
Das EU-Mercosur- und ähnliche Freihandelsabkommen sind gerade keine überzeugende Antwort auf die heutigen geopolitischen Zumutungen | Trafopaper #5
Angesichts globaler Krisen setzt die Europäische Union zunehmend auf Freihandelsabkommen mit neuen Partnern. Das EU-Mercosur-Abkommen gilt als ein zentrales Beispiel dieser Strategie. Doch stärkt es tatsächlich Europas politische Handlungsfähigkeit – oder verschärft es bestehende Abhängigkeiten?
WeiterlesenAuswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die Entwicklungsfinanzierung
Der Konflikt im Nahen Osten – der jüngste in einer Reihe schwerwiegender Schocks für die Weltwirtschaft – hat die Entwicklungsländer am stärksten getroffen, da sie wirtschaftlich und finanziell stärker exponiert sind und über geringere makroökonomische Reaktionskapazitäten verfügen. Internationale und nationale Reformen können auf dem „Compromiso de Sevilla“ aufbauen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Schocks zu stärken. Ein reaktionsfähiges globales Finanzsicherheitsnetz, das sich stärker auf vorab vereinbarte Instrumente stützt und durch verstärkte Frühwarnsysteme untermauert wird, ist dabei von zentraler Bedeutung.
Weggegangen, Platz gefangen
Eine Niederlage im UN-Sicherheitsrat und was sie über den Zustand der deutschen Außenpolitik verrät
Am 3. Juni 2026 hat die UN-Generalversammlung über die Vergabe der nicht-ständigen Sitze im mächtigsten Gremium der Weltorganisation abgestimmt. Deutschland verlor dabei gegen die Mitbewerber aus der Gruppe Westeuropa und restliche Staaten, Österreich und Portugal; ein in dieser Form bisher einmaliger Vorgang. Anders als sonst erfuhr das Abstimmungsergebnis und damit auch die UN ein gewaltiges Medienecho und wurde wahlweise als globales Misstrauensvotum gegenüber der deutschen Außenpolitik insgesamt oder als diplomatischen Missgeschick interpretiert.
Steuergerechtigkeit für soziale Entwicklung
Deutschlands Chance in New York: Wenn im August in New York über globale Steuerregeln verhandelt wird, entscheidet sich mit, ob Länder ihre soziale Entwicklung künftig mit eigenen Ressourcen selbstbestimmt gestalten können – und ob Deutschland glaubwürdiger Partner des Globalen Südens ist.
Perspektivwechsel in der Globalisierung: Versprechen gebrochen
Mit atemberaubendem Tempo treibt die EU-Kommission neue Handelsabkommen voran. Fast noch schneller kommt die Kehrtwende jener, die einst zu den schärfsten Kritiker:innen der Globalisierung gehörten. Gewerkschafter:innen, grüne Politiker:innen und progressive NGOs übernehmen heute Argumente der „geopolitischen Notwendigkeit“. Dabei blenden sie aus, welche ungute Rolle die neoliberale Globalisierung in den vergangenen 30 Jahren gespielt hat. Gerade jetzt wäre der Moment, genauer hinzusehen.