Die Weltbank gibt Ziel zur Klimafinanzierung auf
Nun müssen die multilateralen Entwicklungsbanken ihren Ansatz für „just transition“ überdenken
Die in der Woche des 29. Juni bei der Weltbank getroffenen Entscheidungen haben zu Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Rolle der Bank bei der Klimafinanzierung und ihres Engagements für den Klimaschutz geführt.
Klimafinanzierung: Zwei Drittel sind schöngerechnet
Geberländer wie Deutschland blähen ihre Klima-Hilfen auf dem Papier auf, ärmere Länder müssen sich weiter verschulden
Neue Berechnungen von Oxfam zeigen, dass die tatsächliche geleistete Unterstützung der reichen Industrieländer für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in einkommensschwachen Ländern 2024 weit unter dem lag, was die gerade offiziell berichteten Zahlen suggerieren. Tatsächlich entspricht sie nur einem Drittel (32,6 Prozent) der von den Geberländern ausgewiesenen Klimafinanzierung.
Klimawandel als Sicherheitsrisiko
Beispiele für nationale, regionale und intergouvernmentale Strategien
Die Klimakrise wird zunehmend nicht mehr nur als Umweltproblem, sondern auch als Sicherheitsfrage gesehen. Jedoch gibt es nur begrenzt systematisch vergleichende Analysen dazu, wie der Klimawandel in unterschiedlichen nationalen und internationalen politischen Kontexten als Sicherheitsproblem beschrieben und verstanden wird.
Investing in Climate Chaos 2026: Größte fossile Investoren weltweit enthüllt
Während Entscheidungsträger*innen und die Zivilgesellschaft auf der London Climate Action Week über Fortschritte zur Bewältigung der Klimakrise debattieren, veröffentlicht urgewald gemeinsam mit 28 NGO-Partnern eine neue Studie, welche die Rolle tausender institutioneller Investoren bei fossilen Aktivitäten transparent macht. Die Investing-in-Climate-Chaos-Website offenbart, welche Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsgesellschaften, Stiftungen und Hedgefonds weiterhin in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen investiert sind, die die Klimakrise vorantreiben.
Ein Rahmenkonzept für Klimareparationen für die karibischen SIDS
Dieser Bericht entwickelt ein praktisches und auf Gerechtigkeit ausgerichtetes Rahmenkonzept für Klimareparationen in der Karibik, das über die traditionellen Diskussionen um Verluste und Schäden hinausgeht und den Schwerpunkt stärker auf Verantwortung, Wiedergutmachung und strukturelle Klimagerechtigkeit legt. Er argumentiert, dass die karibischen SIDS nicht lediglich als Empfänger von Klimahilfe behandelt werden dürfen, sondern als Klimagläubiger mit legitimen Ansprüchen auf Reparationsfinanzierung, Schuldengerechtigkeit und politischen Handlungsspielraum.
Zivilgesellschaftliche Gruppen fordern eine dauerhafte Steuer auf die rasant steigenden Gewinne aus fossilen Brennstoffen
Organisationen für Klima- und Finanzgerechtigkeit in ganz Europa fordern Staats- und Regierungschefs auf, eine neue, dauerhafte Steuer auf Gewinne aus fossilen Brennstoffen einzuführen, während diese sich in der Woche des 17. Juni in Brüssel zum Europäischen Rat versammeln. Die Aktivist:innen argumentieren, dass die Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, einen größeren Beitrag zur Bewältigung ihrer sozialen, wirtschaftlichen und klimatischen Folgen leisten sollten, und fordern die Einführung von Steuern nach dem Verursacherprinzip auf nationaler und EU-weiter Ebene. Außerdem appellieren sie an die Staats- und Regierungschefs, die Besteuerung fossiler Brennstoffe bei den bevorstehenden Verhandlungen zum UN-Steuerabkommen zu unterstützen, da ihrer Ansicht nach auch eine globale Lösung unerlässlich ist.
„Wachstum“ ist eine gescheiterte Strategie
Warum die Mathematik gegen das alte Wachstumsmodell spricht
In einem Op-Ed für den Guardian argumentieren die Autor:innen, dass die internationale Politik mit einer Wachstumsstrategie weitermacht, die unter den Bedingungen von Klimakrise, Ungleichheit und endlichen Ressourcen nicht mehr funktioniert. Statt Wirtschaftswachstum als Hauptziel zu setzen, werben die Autor:innen für ein alternatives Modell, das Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen verteilt und soziale Gerechtigkeit stärker in den Mittelpunkt rückt. Der Artikel richtet sich ausdrücklich an politische Entscheidungsträger und UN-Organisationen und fordert sie auf, diese Roadmap zu übernehmen.
Neuer Banken-Bericht: Mehr als 900 Mrd. US-Dollar für fossile Brennstoffe in 2025
Die 65 größten Banken der Welt haben allein im vergangenen Jahr 906 Milliarden US-Dollar an Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe vergeben, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens vor einem Jahrzehnt haben diese Banken 8,7 Billionen US-Dollar in Öl-, Gas- und Kohleprojekte fließen lassen. Dies sind zentrale Ergebnisse des heute veröffentlichten 17. Berichts „Banking on Climate Chaos“ (BOCC) – dem weltweit umfassendsten öffentlich zugänglichen Datensatz zur Finanzierung fossiler Brennstoffe durch führende Geschäftsbanken.
OECD-Bericht bestätigt stärkere Abhängigkeit von Privatsektor und Krediten
Eurodad argumentiert, dass der jüngste OECD-Bericht zur Klimafinanzierung zwar erneut mehr als 100 Milliarden US-Dollar ausweist, der Anstieg aber vor allem auf mehr private Mobilisierung und auf multilaterale Entwicklungsbanken zurückgehe, nicht auf zusätzliche öffentliche Hilfe. Der Beitrag betont, dass der überwiegende Teil der öffentlichen Klimafinanzierung weiterhin als Kredit fließe, wodurch die Schuldenlast im Globalen Süden wachse, während Anpassungsfinanzierung hinter dem Bedarf zurückbleibe. Eurodad kritisiert außerdem, dass methodische Entscheidungen der OECD fragwürdige Kredite, Exportkredite und Face-Value-Bewertungen begünstigten und damit die tatsächliche Hilfe überzeichneten.
90 Prozent-Finanzierungslücke muss Thema der Bonner Klima-Gespräche werden
Reiche Länder verfehlen laut OECD-Zahlen absehbaren Finanzbedarf für Anpassung
Vor Beginn der Bonner Klimagespräche zeigen neue OECD-Zahlen, dass die Geberländer 2024 nur rund 32 Milliarden US-Dollar zur Anpassung an den Klimawandel in einkommensschwachen Ländern bereitgestellt haben – der Bedarf wird bis 2035 jedoch auf jährlich bis zu 365 Milliarden US-Dollar ansteigen. Diese Finanzierungslücke muss Thema der anstehenden Bonner Klima-Gespräche werden.