Tag: Ungleichheiten | 22.12.2025

„Deshalb leisten sie so heftigen Widerstand“

Ökonom Gabriel Zucman über eine Vermögenssteuer von zwei Prozent, das Problem mit der Erbschaftssteuer und den Kampf um die öffentliche Meinung.

Tag: Ungleichheiten | 19.12.2025

Globales Offshore-Vermögen, 2001–2023

In diesem Papier wird eine homogene Zeitreihe des globalen Offshore-Vermögens privater Haushalte für den Zeitraum 2001–2023 erstellt, in dem weltweit umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Offshore-Steuerhinterziehung ergriffen wurden. Die Autor:innen stellen Folgendes fest: (i) Das globale Offshore-Vermögen blieb seit 2001 als Anteil am globalen BIP weitgehend stabil, nachdem es in den 1980er und 1990er Jahren stark angestiegen war; (ii) der Standort des Offshore-Vermögens hat sich deutlich verändert, wobei der Anteil der Schweiz zurückgegangen ist und der Anteil asiatischer Finanzzentren, des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten gestiegen ist; und (iii) ein wachsender Anteil stammt aus Entwicklungsländern.

Tag: Ungleichheiten | 18.12.2025

Asklepios: Private Kliniken fürs Gemeinwohl?

Vor 40 Jahren begann die Krankenhausprivatisierung in Deutschland. Ebenfalls vor 40 Jahren legte Bernard große Broermann den Grundstein für den privaten Krankenhauskonzern Asklepios. Bei seinem Tod im Jahr 2024 hinterließ er seinen Kindern laut Manager Magazin ein Vermögen von drei Milliarden Euro. Seit der Privatisierung hat sich die Zahl der Krankenhäuser und verfügbaren Betten fast halbiert, die Kosten sind inflationsbereinigt trotzdem um 70 Prozent gestiegen und damit schneller gewachsen als die Wirtschaft insgesamt. Auch deswegen werden 2026 die Krankenkassenbeiträge voraussichtlich weiter steigen. Aber statt die Kosten gezielt zu senken, verteilt die Bundesregierung vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen mit der Gießkanne an alle Krankenhäuser. »Anstatt planlos Geldgeschenke zu verteilen«, fordert beispielsweise der Verband der Ersatzkassen, Finanzhilfen nur an solche Einrichtungen zu verteilen, »deren Förderung im Gemeinwohlinteresse liegt«. Gilt das auch für die Asklepios-Kliniken der Familie Große Broermann?

Tag: Ungleichheiten | 17.12.2025

„Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“

Der Bericht des ersten G20-Expert:innenkomitees zu Ungleichheit

Oberstes Ziel der Nachhaltigen Entwicklungsagenda ist die Bekämpfung und Überwindung extremer Armut weltweit. Doch auch extremer Reichtum rückt immer stärker in den Fokus. Denn Wirtschaftswachstum als vielbeschworenes Mittel der Armutsbekämpfung greift zu kurz, weil der sogenannte Trickle-Down-Effekt, nach dem der Reichtum von oben nach unten durchsickert, in der Praxis selten eintritt. Das globale Vermögen konzentriert sich immer stärker am oberen Ende der Verteilungsskala. Im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft hat der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa deshalb ein internationales Komitee unabhängiger Expert:innen damit beauftragt, eine Analyse der globalen Ungleichheit inklusive Empfehlungen zu ihrer Bekämpfung vorzulegen. Die Ergebnisse des Berichts, der unter der Federführung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz erarbeitet wurde, sind alarmierend.

Tag: Ungleichheiten | 12.12.2025

Von Reichtum träumen

Wie Ungleichheit sich selbst aufrechterhält

Wenn Menschen mit großer Einkommensungleichheit konfrontiert werden, entwickeln sie einen unrealistisch optimistischen Blick auf ihre Chancen für einen sozialen Aufstieg. Diese Fehleinschätzung führt dazu, dass sie weniger Unterstützung für politische Umverteilung zeigen – ein Mechanismus, durch den sich gesellschaftliche Ungleichheit selbst stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommen die WZB-Forschenden Julia Baumann und Yiming Liu in ihrer aktuellen Studie, die auf länderübergreifenden Umfragedaten und einem Online-Experiment basiert.

Tag: Ungleichheiten | 10.12.2025

World Inequality Report 2026

Das Ziel des Weltungleichheitsberichts 2026 ist es, die neuesten und umfassendsten Daten zur Ungleichheit zu präsentieren, um die demokratische Debatte weltweit zu informieren. Er aktualisiert die Ausgaben von 2022 und 2018 und erweitert sowohl den zeitlichen als auch den thematischen Umfang der Forschung. Neben langfristigen Reihen zu Einkommen und Vermögen vertieft dieser Bericht die Analyse der Umverteilung, der geschlechtsspezifischen Unterschiede, der politischen Spaltungen und des internationalen Finanzsystems. Er treibt auch Arbeit zur globalen Steuergerechtigkeit voran und liefert neue Erkenntnisse darüber, wie eine progressive Besteuerung erhebliche Ressourcen zur Finanzierung von Bildung, Gesundheit und Klimaanpassung mobilisieren könnte.

Tag: Ungleichheiten | 5.12.2025

„Booster shot“ für globale Entwicklung?

Anfang November kamen in Doha rund 14.000 Delegierte zum zweiten Weltgipfel für soziale Entwicklung der Vereinten Nationen zusammen (WSSD2). 30 Jahre nach dem ersten Sozialgipfel in Kopenhagen sollte die Konferenz in der katarischen Hauptstadt neue Impulse für die Bekämpfung von Armut, Hunger und sozialer Ungleichheit setzen. Die Ergebnisse fallen ambivalent aus.

Tag: Ungleichheiten | 24.11.2025

Verteilungswirkungen des nationalen Emissionshandels auf private Haushalte

In dieser Studie werden die Verteilungswirkungen der CO₂-Bepreisung des nationalen Emissionshandels (nEHS) für Wärme und Verkehr bei den privaten Haushalten im Jahr 2024 untersucht. Dabei werden die Belastungen durch die CO₂-Bepreisung von Kraft- und Heizstoffen sowie das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz berücksichtigt, nach dem Vermieter*innen einen Teil der CO₂-Kosten der Beheizung abhängig vom energetischen Zustand des Gebäudes zu tragen haben. Auf der Entlastungsseite werden die Heizkostenübernahme bei der Grundsicherung und die CO₂- und Klimakomponente beim Wohngeld berücksichtigt.

Tag: Ungleichheiten | 4.11.2025

Die Macht der Milliarden

Die Vermögenskonzentration nimmt weltweit zu: Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen etwa drei Viertel des Vermögens. Wie Superreichtum die Demokratie untergräbt – und weshalb kein Weg daran vorbeiführt, den politischen Einfluss einzugrenzen.

Tag: Ungleichheiten | 4.11.2025

G20-Bericht schlägt Alarm wegen der „Notlage der Ungleichheit”

Der von Südafrikas Präsident Ramaphosa eingesetzte „Sonderausschuss” unabhängiger Expert:innen legt den ersten Bericht der G20 über globale Ungleichheit vor. Der Ausschuss drängt vor allem auf die Schaffung eines neuen „Internationalen Gremiums für Ungleichheit”, das – in Anlehnung an den IPCC – internationale und nationale Politikgestaltung beraten soll. Eine neue Analyse, die in dem Bericht veröffentlicht wurde, zeigt, dass zwischen 2000 und 2024 die obersten 1 % der Weltbevölkerung 41 % des gesamten neuen Reichtums für sich beanspruchten, während nur 1 % an die unteren 50 % ging, was angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich einer demokratischen Vereinnahmung im Zusammenhang mit der Konzentration von Reichtum Anlass zur Sorge gibt

« Ältere Texte